Netcetera nach Deutschland verkauft, Andrej Vckovski hört auf

15. Dezember 2022, 09:36
letzte Aktualisierung: 3. Januar 2023, 08:26
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Der neue und der alte CEO: Carsten Wengel (links) folgt auf Andrej Vckovski.

Giesecke+Devrient (G+D) erhöht die Beteiligung an der Zürcher Softwareschmiede von 30% auf 60%. Am 1. Februar wird Carsten Wengel neuer CEO.

Paukenschlag bei Netcetera: Der Münchner Security-Konzern Giesecke+Devrient (G+D) übernimmt ab sofort die Mehrheit am Unternehmen.
G+D ist seit September 2020 mit 30% an Netcetera beteiligt und verdoppelt nun seine Beteiligung auf 60%. Dies teilen die Unternehmen gemeinsam mit. Damit hat künftig der deutsche Konzern das Sagen. Und dies hat spürbare Auswirkungen.

Wechsel auf dem CEO-Posten

Gemeinsam mit dem Netcetera-Verwaltungsrat habe CEO und Mitgründer Andrej Vckovski entschieden, von der operativen Unternehmensleitung per Ende Januar 2023 zurückzutreten, heisst es in der Mitteilung. Er unterstütze die Transition und bleibe als Vizepräsident des Verwaltungsrats im Unternehmen.
Auf Anfrage von inside-it.ch sagt Vckovski, seine Nachfolge sei stets ein Thema gewesen. "Mit dem Einstieg von G+D vor 2 Jahren haben wir vereinbart, dass diese in Zukunft ihren Anteil erhöhen können." Dieser Schritt sei nun vollzogen und "für mich ist es ein guter und natürlicher Moment, die operative Verantwortung abzugeben und mich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren". Von denen gebe es noch viele.
Per 1. Februar 2023 übernimmt Carsten Wengel das Zepter und wird neuer CEO. Er kommt von G+D, wo er bisher die Distribution für das digitale und kartenbasierte Paymentgeschäft leitete.

G+D übernimmt Mehrheit im Verwaltungsrat

Ziel sei es, den internationalen Wachstumskurs von Netcetera weiter zu unterstützen, heisst es. Die Aktien werden per Februar 2023 übertragen. "Netcetera bleibt dabei weiterhin eigenständig", so die Mitteilung. Die neuen Eigentumsverhältnisse würden sich in Zukunft im Verwaltungsrat widerspiegeln, in dem G+D die Mehrheit der Sitze erhalte.
Netcetera beschäftigt rund 1000 Mitarbeitende am Hauptsitz in Zürich und Standorten in Europa, Asien und dem Mittleren Osten. Das deutsche Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge in 33 Ländern tätig und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von knapp 2,5 Milliarden Euro mit rund 11'500 Mitarbeitenden.
Update 12.45 Uhr: Zitat Andrej Vckovski eingefügt.

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