Neuer Supercomputer am CSCS wurde eingeweiht

16. September 2024 um 08:07
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Foto: Marco Abram / CSCS

Der Supercomputer "Alps" der ETH Zürich und des schweizerischen Hoch­leistungs­rechen­zentrums CSCS gehört zu den leistungsfähigsten der Welt.

Die Schweiz hat einen neuen Supercomputer: "Alps" wurde am 14. September am nationalen Hochleistungsrechenzentrum (CSCS) in Lugano von Bundesrat Guy Parmelin offiziell eingeweiht. Alps sei "Ausdruck unserer Vision einer von Wissen und Fortschritt geprägten Zukunft", sagte Parmelin in seiner Ansprache. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung erklärte, dass die neue Forschungsinfrastruktur das Resultat vereinter Kräfte von Bund, Kantonen und Gemeinden sei.
Um die Berechnungen durchzuführen, die Alps in einem Tag schaffe, bräuchte ein handelsüblicher Laptop 40'000 Jahre, wie Michele De Lorenzi, Vize-Direktor und Kommunikationsverantwortlicher des CSCS, gegenüber der Nachrichtenagentur 'Keystone-SDA' sagte.

Für Forschung und Wissenschaft

Entwickelt wurde der neue Supercomputer, um den extremen Daten- und Rechenanforderungen der Wissenschaft gerecht zu werden, schreibt die ETH Zürich in einer Mitteilung. Anwendung soll er insbesondere in der Klimatologie und im Bereich der Künstlichen Intelligenz finden. Der Supercomputer ermöglicht es laut der ETH Zürich, komplexe KI-Modelle für wichtige Anwendungen zu trainieren, beispielsweise in der Medizin und Klimaforschung.
Alps stelle auch ein zentrales Element der Schweizer KI-Initiative dar, heisst es weiter in der Mitteilung. Diese wurde von der ETH Zürich und der EPFL lanciert, um die Schweiz als weltweit führende Drehscheibe für die Entwicklung und Implementierung von transparenten und vertrauenswürdigen KI-Lösungen zu positionieren.
Im Einsatz ist Alps zudem für die Wettervorhersagen des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie. Seit Juni basieren dessen Vorhersagen auf einem neuen Wettermodell "Icon", das Prognosen auf der Basis einer enormen Datenmenge erstellt.
"Mit seiner Cloud-nativen Architektur können wir vielseitige, softwaredefinierte Cluster (vClusters) erstellen, die auf die spezifischen Bedürfnisse von Nutzergemeinschaften zugeschnitten sind und gleichzeitig die Vertraulichkeit wahren", erklärte Thomas Schulthess, Direktor des CSCS. Mehrere Institutionen würden diese Möglichkeiten nutzen, allen voran das Paul Scherrer Institut.

Cray und Nvidia

Untergebracht ist der Computer in 33 Schränken, die eine Fläche von 116 Quadratmetern einnehmen. Im Vergleich zu seinem Vorgänger "Piz Daint" ist Alps 20 Mal leistungsfähiger. "Ein einzelner Schrank von Alps entspricht fast der ganzen Leistung von Piz Daint", sagte De Lorenzi.
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Die ersten Schränke der Forschungsinfrastruktur "Alps". Foto: Marco Abram / CSCS
Die neue Infrastruktur basiert laut der ETH auf einem Cray Supercomputer EX von HPE und verfügt über 10'752 der begehrten Nvidia Grace Hopper Superchips.
In der Top500-Liste der Supercomputer von Anfang 2024 war Alps in einer ersten Ausbauetappe auf Rang 6 platziert. Beim vollen Ausbau soll er eine maximale Leistung in der Grössenordnung eines halben Exaflops haben. De Lorenzi schätzt, dass Alps in der nächsten Rangliste, die im November publiziert werden soll, noch einige Plätze weiter vorne liegen könnte.

Fünfmal so viel Energie wie der Jet d'Eau

Diese Liste sei aber für die Entwicklung von Alps nicht ausschlaggebend gewesen. "Für uns war wichtig, dass er die Aufgaben, die die Wissenschaft stellt, gut und effizient lösen kann", stellte De Lorenzi klar.
Um diese Berechnungen durchführen zu können, braucht Alps bei Normalbetrieb rund 5,2 Megawatt Energie – etwa fünfmal so viel wie der Jet d'Eau im Genfersee. Damit sei der Supercomputer sehr effizient, sagte De Lorenzi. Sein Vorgänger habe zwar eine 20 Mal schlechtere Rechenleistung gehabt, aber nur drei bis vier Mal weniger Strom verbraucht.

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