Neues Notfall­funknetz Polycom kann endlich ausgerollt werden

11. Oktober 2022 um 13:58
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Foto: VBS - CC BY-NC-ND

Der Lieferant Atos hat die letzten Mängel behoben. Nach mehrmaligem Verschieben gibt das Babs jetzt den Startschuss für die schweizweite Polycom-Migration.

Die 2016 initiierte Modernisierung des Sicherheitsfunknetzes Polycom hatte sich mehrfach verzögert. Nun gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) die Freigabe für die schweizweite Migration auf die neue Generation des Notfallnetzes für die Blaulichtorganisationen. Ziel ist gemäss einer Mitteilung, dass sämtliche Antennenstandorte von Bund und Kantonen bis Ende 2024 vollständig modernisiert werden.
Zuletzt wurde bekannt, dass der avisierte Juli-Termin nicht eingehalten werden kann. Zuvor wurde dem Lieferanten Atos zusätzliche Zeit eingeräumt, um Mängel zu beheben und fehlende Funktionalitäten zu ergänzen. Atos habe die ausstehenden Pendenzen mit Unterstützung des Babs nun erledigen können, teilt das Bundesamt mit.

754 Antennen-Standorte

Der Massen-Rollout erfolge in Absprache mit den Kantonen, schreibt das Babs. Jeder Kanton verfügt über ein eigenes Netz. Bei den Grenzkantonen sind zudem die rund 250 Antennen-Standorte vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit mit eingebunden. Gesamthaft müssen laut Babs somit 754 Antennenstandorte mit den zugehörigen Komponenten erneuert werden. 90 davon wurden im Rahmen einer Pilotphase bereits migriert, darunter Antennen in den Kantonen Bern, Thurgau und Solothurn.
Bis Ende 2022 sollen die Antennenstandorte der Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen erneuert und die Arbeiten in Bern weitergeführt werden.

Verlängerter Parallelbetrieb soll vermieden werden

Anspruchsvoll bleibe die Erneuerung aller Antennenstandorte bis Ende 2024, so das Babs. Denn ein Parallelbetrieb des alten und des neuen Funknetzes über 2025 hinaus würde zu weiteren Mehrkosten führen.
Polycom ist das Funk-Sicherheitsnetz der Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (Bors). Es ermöglicht den Funkkontakt innerhalb und zwischen den verschiedenen Blaulicht-Organisationen, dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit, dem Zivilschutz und unterstützenden Verbänden der Armee. Die Infrastruktur wird gemäss Babs von 55'000 Personen täglich genutzt. In den Werterhalt und die Modernisierung sind Milliarden von Franken geflossen.


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