Post erwirbt Mehrheit an EPD-Betreiber Axsana

9. August 2022, 10:14
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Foto: Shutterstock

Der Konzern erhofft sich mit dem Zukauf einen Schub für das elektronische Patientendossier und will eine einheitliche Infrastruktur schaffen.

Die Post will die Mehrheit der EPD-Betreibergesellschaft Axsana erwerben. Per Ende September plane man eine Beteiligung von 75% an der Gesellschaft, teilt der Gelbe Riese mit. Axsana soll eine Tochtergesellschaft der Post werden, die weiter eigenständig am Markt agiert. Laut Mitteilung wurde bereits eine Vereinbarung unterzeichnet.
Axsana bietet das EPD unter der Marke Xsana in 14 Kantonen an. Die grösste Betriebsgesellschaft der Schweiz war letztes Jahr in finanzielle Schieflage geraten, die beteiligten Kantone mussten Geld nachschiessen. Eine nachhaltige Finanzierung sei nicht sichergestellt, hiess es dann diesen Frühling nach einer Untersuchung der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK).
Bislang wurde die technische Infrastruktur von Axsana vom Telekomunternehmen Swisscom betrieben, das aber nun aussteigen soll. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Gesellschaft das elektronische Patientendossier künftig auf der technischen Infrastruktur der Post anbieten und betreiben wird. Die Post ist bereits Technologiepartner von 5 der insgesamt 7 zertifizierten Stammgemeinschaften und deckt damit 12 Kantone ab. Sie will eine einheitliche technische Infrastruktur forcieren, wie der Mitteilung zu entnehmen ist.
Mit dem Zukauf wird die Post nun die gesamte Schweiz abdecken. "Mit der Mehrheitsbeteiligung an Axsana wollen wir dem elektronischen Patientendossier Schub verleihen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter vorantreiben", wirbt Nicole Burth, Mitglied der Post-Konzernleitung und Leiterin des Bereichs Kommunikations-Services. Details wollen die Partner noch nicht bekannt geben, aber eines ist bereits klar: Künftig sollen im Einzugsgebiet von Axsana mehr Stellen entstehen, an denen die Bevölkerung ein EPD abschliessen kann.
Ziel sei ein flächendeckender digitaler Eröffnungsprozess, bei dem sich die Bevölkerung papierlos und in einem Schritt online identifizieren könne, heisst es von der Post. Das tut auch Not, wie unser Chefredaktor Reto Vogt jüngst schmerzlich erfahren musste. Das Projekt EPD ist insgesamt auf keinem besonders erfolgversprechenden Weg und machte immer wieder mit Problemen von sich Reden.

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