Aus Libra wird Diem

1. Dezember 2020, 16:45
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Mit neuem Namen und neuen Leuten will die Stiftung "wachsende Reife und Unabhängigkeit" signalisieren.

Mit einem neuen Namen und neuen Kaderleuten verspricht die Organisation für das digitale Geld aus dem Hause Facebook einen Neuanfang. Aus der Libra- werde die Diem-Association und damit beginne ein "neuer Tag" (Diem ist im Latein der Akkusativ des Wortes Tag), heisst es in einer Mitteilung. Obwohl dem Projekt viel Kritik von Regulatoren, Zentralbankern und aus der Politik entgegenschlägt, soll es aber weiter darum gehen, ein digitales Zahlungssystem aufzubauen. Keinen Kommentar gab es hingegen dazu, ob das Projekt redimensioniert und an den Dollar gebunden bereits im kommenden Januar lanciert werden soll, wie es kürzlich in Medienberichten hiess.
Betont wurde nur, dass mit dem Namenswechsel und der Einstellung wichtiger neuer Führungskräfte die "organisatorische Unabhängigkeit auf dem Weg zur behördlichen Genehmigung der Markteinführung" geebnet werde. Es wurden nicht weniger als 7 neue C-Level-Manager verpflichtet. Da die Mannschaft nun vor Ort sei, priorisiere man die technologische und operationelle Startbereitschaft, wird betont.
Die neue Führungstruppe der in der Schweiz beheimatete Diem Association soll sich denn darauf konzentrieren, die Erwartungen der Regulierungsbehörden zu erfüllen.
"Das Diem-Projekt wird eine einfache Plattform für das Gedeihen von Fintech-Innovationen bieten und es Verbrauchern und Unternehmen ermöglichen, sofortige, kostengünstige und hochsichere Transaktionen durchzuführen", verspricht der ebenfalls erst seit wenigen Monaten amtierende CEO Stuart Levey. Mit dem neuen Name Diem signalisiere man die "wachsende Reife und Unabhängigkeit des Projekts", wirbt er weiter für das Projekt.
Gegenüber der Nachrichtenagentur 'Reuters' sagte Levey, Facebook bleibe "wichtiges Mitglied der Vereinigung", die insgesamt 27 Mitglieder zähle. "Wir versuchen nicht, alle Verbindungen zu kappen, bei weitem nicht." Die Namensänderung solle aber unterstreichen, dass die Diem Association "autonom und unabhängig arbeitet", fügte er hinzu.
Abgesehen davon wird in der Mitteilung betont, dass man sich verpflichtet habe, erst nach Erhalt der behördlichen Genehmigung fortzufahren. Ausdrücklich wird dabei auf die Finma-Lizenz für Diem Network hingewiesen, die bereits seit dem Frühjahr in Arbeit ist: "Der Lizenzierungsprozess ist im Gange und man befindet sich "in einem aktiven und produktiven Dialog mit der Finma".

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