Bexio: Der Kaufpreis und die Konsequenzen

5. Juli 2018 um 15:42
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Mobiliar übernimmt Bexio. Der Bexio-COO zu Gerüchten und die künftige Strategie. Bonus-Info: Wieviele Millionen Mobiliar für Bexio bezahlt haben soll.

Mobiliar übernimmt Bexio. Der Bexio-COO zu Gerüchten und die künftige Strategie. Bonus-Info: Wieviele Millionen Mobiliar für Bexio bezahlt haben soll.
Die Mobiliar erwirbt das Business-Software-Unternehmen Bexio. Damit, so die Mitteilung, wolle die Versicherung ihre Position im KMU-Markt auch digital ausbauen. Umgekehrt erhalte Bexio als Mobiliar-Tochter zusätzliche Schub, um sich weiterzuentwickeln. Bexio werde weiterhin unabhängig auftreten.
Soweit die heutigen, offiziell bekannten Fakten. Rouven Mayer, Chief Operating Officer Bexio, beantwortet weitergehende Fragen.
inside-it.ch: Bexio soll unabhängig weiteroperieren. Werden auch alle Mitarbeitenden und die bisherige Geschäftsführung bei Bexio bleiben?
Rouven Mayer: Ja, Gründer, Management und Mitarbeiter bleiben alle an Bord.
In der Vergangenheit haben auch Swiss Life in Bexio investiert. Bleiben diese beteiligt?
Rouven Mayer: Nein, die Mobiliar hat 100 Prozent der Anteile übernommen. Bexio bleibt eine eigenständige Unternehmung und alle bestehenden Partnerschaften bleiben ebenso erhalten.
Stimmt es, dass Mobiliar bisher noch nicht zu den Partnern von Bexio gehört hat, sondern unter den Versicherern nur Swiss Life?
Rouven Mayer: Das ist korrekt.
In der Pressemitteilung wird erwähnt, dass die Zusammenarbeit mit dem Partner Swiss Life weitergehe. Ihre Website listet aus dem Finanzbereich auch UBS und Credit Suisse als engere Partner auf. Laufen auch diese Partnerschaften weiter?
Rouven Mayer: Ja, alle Partnerschaften laufen wie gehabt weiter.
Und die eigentliche Hauptfrage: Was bedeutet die Übernahme für die Bexio-Plattformstrategie? Kann man als Tochter eines Versicherers noch darauf hoffen, bei anderen potentiellen Partnern (sowohl Versicherungen als auch Banken) als unabhängiges Unternehmen wahrgenommen werden? Der Unternehmensberater Urs Prantl, hat für uns erst kürzlich einen langen Bericht über Bexio geschrieben hat. Er kennt Bexio also gut. Und er bezweifelt sehr, dass die Plattformstrategie unter den neuen Besitzverhältnissen weitergeführt werden kann.
Rouven Mayer: Unsere Strategie bleibt unverändert. Das bedeutet, dass wir auch in Zukunft weitere Partner integrieren werden. Im Gegenteil gehen wir sogar davon aus, dass wir unsere Plattform-Strategie weiter beschleunigen können.
Unter euren Konkurrenten kursiert die These, dass Bexio kein Geld mehr hat, und sich daher von Mobiliar (billig) retten lassen muss. Was sagt Bexio dazu?
Rouven Mayer: Uns geht es finanziell bestens. Und solche Gerüchte kommentieren wir grundsätzlich nicht.
Und der Preis ist 35fach heiss
Falls es Bexio finanziell nicht gut gegangen sein sollte, so hat sich dies nun geändert. Eine gewöhnlich sehr gut informierte Quelle hat uns 'Mergermarket' von Acuris zukommen lassen. Die ist ein aktuelles Memo von Finanzanalysten, das die Bexio-Übernahme thematisiert.
Die Analysten berufen sich ihrerseits auf zwei nicht namentlich genannte Quellen. Diese beziffern den Übernahmepreis auf 115 Millionen Franken.
Mobiliar, Bexio, Swiss Life und die laut 'Mergermarket' involvierten Berater von GCA Altium nahmen keine Stellung.
Bexio zählt laut Eigenangaben 15'000 Kunden, die zwischen 29 und 99 Franken monatlich zahlen. Der Kaufpreis von 115 Millionen Franken entspricht laut 'Mergermarket' dem beinahe 35-fachen des Jahresumsatzes von Bexio im Jahr 2017. Das wäre ein hoher Preis für Mobiliar, um seine Position im KMU-Markt auszubauen.
Bexio hat mittlerweile rund 80 Mitarbeitende. (Hans Jörg Maron / Marcel Gamma)

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