Biden warnt vor "echtem Krieg" als Folge von Cyber­angriffen

28. Juli 2021, 11:27
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Der US-Präsident sieht eine wachsende Cyber-Bedrohung durch Russland und China. Auch eine Schweizer Chemiefirma soll von China ausspioniert worden sein.

US-Präsident Joe Biden hat vor einem Krieg als Folge eines Cyberangriffs grossen Ausmasses gewarnt. "Wenn wir in einem Krieg, einem echten Krieg mit einer Grossmacht enden, dann als Folge einer Cyberverletzung von grosser Tragweite", sagte er bei seinem ersten Besuch im Büro der Geheimdienstkoordination (ODNI) seit seinem Amtsantritt laut Redetext des Weissen Hauses. "Und die Fähigkeiten (für einen solchen Cyberangriff) nehmen exponentiell zu", fügte er hinzu.
Biden sprach Medienberichten zufolge vor etwa 120 Mitarbeitenden des ODNI, der 17 US-Nachrichtendienste beaufsichtigt. Zugleich versprach er, die Arbeit des ODNI niemals zu "politisieren". Sein republikanischer Vorgänger Donald Trump hatte die Geheimdienste teils scharf kritisiert und etwa Erkenntnisse der amerikanischen Geheimdienste zu Einmischungen Russlands in die US-Wahlen von 2016 infrage gestellt.

China verantwortlich für "böswillige Cyberaktivitäten"

"Wir haben gesehen, wie Cyberbedrohungen, einschliesslich Ransomware-Angriffen, zunehmend in der Lage sind, Schäden und Störungen in der realen Welt zu verursachen", sagte Biden weiter.
Die US-Regierung und mehrere Verbündete hatten kürzlich China für "unverantwortliche böswillige Cyberaktivitäten" verantwortlich gemacht. Die Vorwürfe kamen auch von der Europäischen Union, Grossbritannien, der NATO und weiteren Partnern. Unter anderem sehen die USA China hinter dem Angriff auf die Exchange Server von Microsoft im März. Auch gegen Russland verhängten die USA als Folge des Solarwinds-Hacks Sanktionen.

Schweizer Unternehmen wurde 2017 ausspioniert

Laut einem Bericht von 'Arcinfo' (Paywall) geht aus der Anklageschrift der US-Justizbehörden gegen vier chinesische Hacker, der so genannten APT-40-Gruppe, hervor, dass mindestens ein Schweizer Unternehmen zu den Zielen einer umfangreichen, von Peking orchestrierten Cyberspionage-Kampagne gehörte.
Das ungenannte Schweizer Unternehmen sei im Chemiesektor tätig und stellt unter anderem "maritime Farben" für Schiffsanstriche her, heisst es in der Anklageschrift. Zwischen August und November 2017 habe APT 40 die Computernetze des Unternehmens infiltriert und angeblich rund 900 Dateien mit "speziellen chemischen Formeln" gestohlen.

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