Die ETH freut sich über 34 neue Spin-offs

8. Januar 2021, 15:01
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Die Hochschule verzeichnete ein Rekordjahr, was die Startup-Gründungen anbelangt. Ein Drittel der ETH-Spin-offs beschäftigen sich mit KI.

Man blicke auf ein sehr erfolgreiches Spin-off-Jahr zurück, schreibt die ETH in einer Mitteilung. 34 Gründerteams hätten 2020 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Damit ist die Zahl der Neugründungen über die letzten Jahre stetig gestiegen und habe zu einem Rekord geführt. "Ich freue mich sehr, dass wir das Gründen von Firmen an der ETH gut etabliert haben, und bewundere, wie selbstverständlich immer mehr junge Talente ihre Ideen bis zur Marktreife vorantreiben", so Detlef Günther, Vizepräsident für Forschung.
Auch in diesem Jahr stammen laut der Mitteilung viele Neugründungen aus dem Bereich Informatik und Kommunikationstechnologie. Insgesamt ordnet die ETH 16 der 34 Spin-offs dem IT-Bereich zu. Elf dieser Jungfirmen sind im KI-Bereich tätig.
Assaia beispielsweise entwickle eine Software, die es erlaube, die Abfertigung von Flugzeugen am Gate zu optimieren. Mittels Computer Vision und KI würden Arbeitsschritte wie Betankung oder Beladung sowie das Zusammenspiel aller involvierten Parteien überwacht, analysiert und verbessert.
Das Spin-off AI Retailer Systems nutze Computer Vision und KI, um zu registrieren, welche Produkte ein Kunde im Geschäft mitnimmt, um diese dann kassenlos abzurechnen. Ein weiteres Beispiel ist laut Mitteilung Sleepiz, das ein Gerät entwickelt, das die Ursachen von Schlafstörungen ermitteln soll. Künftig soll es auf Nachttischen stehen und mittels Radartechnologie die Bewegungen der Patienten erfassen. Künstliche Intelligenz helfe dabei, Schlafmuster zu identifizieren, erklärt die Hochschule.
Im Herbst 2020 wurde an der ETH Zürich ein neues Kompetenzzentrum für KI eröffnet. Das "ETH AI Center" hat vorerst die Unterstützung von 29 Professuren aus sieben Departementen, und ein eigenes Fellowship-Programm. Die Hochschule rechnet damit, dass "in naher Zukunft" über 100 Professuren beim KI-Zentrum mitarbeiten. "Das Projekt ist auf Wachstum ausgelegt", sagte Günther anlässlich der Eröffnung.

ETH-Spin-offs sammelten 2020 viel Geld

Seit 1996 seien 471 Spin-offs an der ETH Zürich entstanden und "äusserst erfolgreich auf dem Markt", schreibt die ETH. 2020 konnten die ETH-Firmen insgesamt über 400 Millionen Franken an Kapital einwerben. Getyourguide, Climeworks und Scandit schlossen grosse Finanzierungsrunden ab. Und das noch junge KI-Spin-off Deepcode wurde von Snyk übernommen.

Zahl der Gründerinnen nimmt leicht zu

Detlef Günther, der bis zum 1. Januar 2021 auch für die Wirtschaftsbeziehungen an der ETH zuständig war, hat diesen Bereich soeben an die neue Vizepräsidentin für Wissenstransfer und Wirtschaftsbeziehungen Vanessa Wood übergeben. "Ich freue mich sehr, dass wir das Gründen von Firmen an der ETH gut etabliert haben, und bewundere, wie selbstverständlich immer mehr junge Talente ihre Ideen bis zur Marktreife vorantreiben", sagt Wood, aus deren Forschungsgruppe 2015 das ETH-Spinoff Battrion hervorgegangen ist.
Noch immer seien es eher Männer, die diesen Schritt zur Unternehmensgründung wagen, obwohl die Zahl der Gründerinnen an der ETH in den letzten Jahren leicht zugenommen habe. "Ich hoffe, künftig noch mehr Frauen darin bestärken zu können, ihre Ideen in die Wirtschaft zu tragen", fügt sie an. 

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