Die Schweiz braucht eine KI-Strategie

25. Oktober 2019, 11:18
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Wissenschaftler schlagen unter anderem eine nationale Stelle zur Verifizierung von KI-Anwendungen und die Unterstützung von KMU vor.

Wissenschaftler schlagen unter anderem eine nationale Stelle zur Verifizierung von KI-Anwendungen und die Unterstützung von KMU vor.
KI-Fachleute und Mitglieder der Themenplattform "Künstliche Intelligenz" der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) haben Empfehlungen für eine nationale Strategie im Umgang mit KI erarbeitet. Zu den Autoren gehören Professoren wie Joachim Buhmann von der ETH Zürich, Vertreter von IBM Research wie Direktor Alessandro Curioni und die Leiterin des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, Jana Koehler.
Fünf Bereiche mit Empfehlungen bilden den Kern des White Papers: Die Schweiz müsse eine nationale Datenplattform aufbauen. Eine Stelle zur Verifizierung und Prüfung von KI soll geschaffen werden. Das Vertrauen der Gesellschaft in die Technologie müsse gestärkt werden. Die Forschung über und mit KI sei zu fördern sowie ihr Einsatz in der Hochschulbildung zu intensivieren. Firmen, insbesondere KMU, sollen befähigt werden, KI für ihre Zwecke zu nutzen.
Bislang verfolge die Schweiz keine nationale KI-Strategie, im Unterschied zu vielen anderen Ländern, heisst es in einer Mitteilung zum Bericht. Die EU habe mit dem "Digital Europe Programme" (DEP) zudem eine supranationale Initiative gestartet, die KI als einen von fünf Pfeilern definiert. 2,5 der insgesamt 9,2 Milliarden Euro des Programms fliessen in KI. Eine Umfrage des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation unter Schweizer Stakeholdern habe gezeigt, dass diese eine Teilnahme am DEP als sehr wichtig erachten.
Offener und fairere Datenaustausch
Für die Schweiz sei es unerlässlich, schreiben die Autoren, die Bürger zu befähigen, aktive Daten-Aggregatoren zu werden. Diese müssten Teilnehmer in allen Bereichen werden, die auf die Verfügbarkeit personenbezogener Daten angewiesen sind, zum Beispiel im Gesundheitswesen oder der Bildung.
Dazu bedürfe es einer demokratischen Kontrolle der Plattformen, beispielsweise durch eine genossenschaftliche Organisation. Die MIDATA-Genossenschaften für Gesundheitsdaten könnten hier als Modell dienen. Weiter fordert das White Paper eine rasche Einführung einer E-ID. Man müsse die Diskussionen in diesem Bereich auf die Nutzen eines offenen, transparenten und fairen Datenaustausches verlagern.
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI müssten die Sicherheitsprüfungen von KI-Systemen erhöht werden. Deshalb müsse die Schweiz auf Regierungsebene eine Institution einrichten, welche die Verantwortung für die Verifizierung dieser Systeme übernimmt. Diese Einrichtung solle auch allgemeine Richtlinien für Testalgorithmen liefern.
KMU sollen günstig an Wissensressourcen gelangen
Bei KMU, heisst es im letzten Teil des White Papers, fehle es oft am Verständnis von Algorithmen oder Software-Architektur. Darum hätten diese Mühe einzuschätzen, welche Vorteile ihnen KI-Technologie bringen und welche Probleme damit gelöst werden könnten, aber auch, was mögliche Risiken seien. Deshalb wird der Aufbau eines Netzwerks von Experten und Wissensressourcen vorgeschlagen, auf das KMU zu geringen Kosten und ohne hohe Vermittlungsgebühren zugreifen können.
Sie seien überzeugt, schreiben die Autoren des Berichts, dass die Schweiz in ausgewählten Bereichen von KI-Diensten und -Anwendungen eine Vorreiterrolle einnehmen könne. "Ziel ist es, die Schweiz als führendes KI-Land zu positionieren und die positiven Auswirkungen der KI auf die Schweizer Wirtschaft zu verstärken und zu beschleunigen."
Das White Paper "Recommendations for an AI Startegy in Switzerland" ist auf Englisch als PDF abrufbar. (paz)

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