Ein Schweizer an der ICANN-Spitze

15. Oktober 2014 um 11:58
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Zum ersten Mal wird ein Schweizer Vorsitzender des Governmental Advisory Committee.

Zum ersten Mal wird ein Schweizer Vorsitzender des Governmental Advisory Committee.
Der Schweizer Thomas Schneider (Foto) wurde gestern im Rahmen des 51. Treffens der ICANN in Los Angeles zum Vorsitzenden des Regierungsbeirates gewählt. Die ICANN ist seit der Gründung 1998 für die Verwaltung und Koordination des Internet Domain Name Systems (DNS) zuständig. Sie besteht aus verschiedenen Beiräten, die hauptsächlich eine beratende Funktion haben. Im Board of Directors sind die meisten Beiräte ohne Stimmrecht vertreten. Dazu gehört das Governmental Advisory Committee (GAC), an dem Regierungsvertreter aus über 140 Staaten teilnehmen und das nun von Schneider präsidiert wird. Der Rat gibt Empfehlungen an den internationalen Vorstand ab.
Der GAC funktioniert nach dem Konsensprinzip; es gibt keine Abstimmungen. In seiner neuen Funktion kann Schneider die Debatte moderieren und "Brücken bauen", die zu einem Konsens führen können. Ebenso hat er als Vorsitzender einen Einfluss auf die Themenagenda. Schneider ist für zwei Jahre gewählt und hat die Möglichkeit, ein weiteres Mal für eine Zwei-Jahres-Periode zu kandidieren. Es ist das erste Mal, dass ein Schweizer diese Funktion übernimmt.
Der 42-jährige Schneider vertritt die Schweiz seit 2008 im GAC und ist seit 2013 dessen Vizepräsident. Er ist aktuell Leiter des internationalen Dienstes des Bundesamts für Kommunikation (Bakom). Schneider hat in den vergangenen zehn Jahren als Vorsitzender und Vizepräsident von verschiedenen europäischen und internationalen Gremien und Expertengruppen fungiert, welche sich mit Internet Governance und Informationsgesellschaft befassen. Seit 2003 koordiniert er die Aktivitäten und Positionen der Schweiz bezüglich des UNO-Weltgipfels zur Informationsgesellschaft und Fragen der Internet Governance.
Die ICANN steht aktuell vor einer Reorganisation. Möglich ist, dass die Organisation künftig in Genf stationiert sein wird. (mim)

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