Im Alter von 58 Jahren ist Folkert Wilken nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung verstorben. Das schreibt das Unternehmen in einem Nachruf. Der Sohn des Firmengründers amtete viele Jahre als Geschäftsführer der deutschen Software-Schmiede, die seit Jahrzehnten von Arbon aus auch hierzulande aktiv ist. Nicht ohne Grund schrieben wir schon 2006 vom "Schwäbisch-schweizerischer ERP-Hersteller".
Folkert Wilken war zunächst in den 80er Jahren als Softwaredesigner, Chefentwickler und später Geschäftsführer ins Unternehmen seines Vaters eingestiegen. Im Jahr 2000 hatte er dann Wilken verlassen und eine eigene Firma für multilinguale Softwarelösungen im Finanzmanagement von NGOs aufgebaut.
2010 kehrte er zurück und übernahm die Geschäftsführung des Betriebs. Ende 2020 zog er sich dann aus der operativen Geschäftsführung zurück und fokussierte auf die strategische Ausrichtung.
Im Nachruf heisst es, dass man mit ihm einen Menschen verliere, "der grosse Visionen mit ganz pragmatischen Umsetzungsstrategien verbinden konnte und deren Umsetzung auch vehement verfolgte". So habe er etwa in den 1990er Jahren die Entwicklung der Software-Generation mitverantwortet, die das Ende der Grossrechner-Ära einläutete. Und in den letzten 10 Jahren habe er dann den Transformationsprozess der Wilken Software Group eingeleitet, um das Unternehmen fit für den digitalen Wandel zu machen.
"Seine Entscheidung, eine neue Softwaregeneration auf Basis einer eigenen Entwicklungsplattform namens P/5W zu entwickeln, steht beispielhaft für seinen Grundsatz, sich niemals abhängig von den IT-Riesen dieser Welt machen zu wollen", resümiert der heutige CEO Dominik Schwärzel. So habe Folkert Wilken die "technologische Basis geschaffen, auf der wir nun die weiterhin erfolgreiche Zukunft des Unternehmens bauen können".