Nun folgt ein Pendant auch für Frankreich. In unserem westlichen Nachbarland ist der in vielen Bereichen tätige Technologie- und Rüstungs-Konzern Thales der Partner des Internetriesen. Die beiden Unternehmen haben ein Joint Venture lanciert, der Mehrheitsaktionär ist Thales.
Das Joint Venture soll eine Cloud für Frankreich bauen, die zwar auf Google-Technologie basiert, aber von Thales betrieben wird und in keiner Weise mit der Google-Cloud verbunden ist. Auch für den Support wird ausschliesslich Thales zuständig sein. Wenn Google seine Cloud auf einen neuen Stand bringt, werden zwar diese Updates auch auf der Thales / Google-Cloud eingespielt, aber erst nachdem sie Thales inspiziert hat.
Diese Vorkehrungen sollen es französischen Behörden und auch anderen Unternehmen ermöglichen, diese Cloud zu nutzen, ohne gegen die dortigen Vorschriften bezüglich Datenstandort und Datenschutz zu verstossen. Für Google ist dies wohl der einzige Weg, um an Cloud-Aufträge von französischen Behörden zu kommen, auch wenn die Mehrheit der Einnahmen an Thales gehen wird.
Wie die notwendigen Investitionen unter den beiden Unternehmen aufgeteilt werden, wurde nicht bekannt gegeben.
Microsoft
hat bereits Azure-RZ-Standorte in der Schweiz. AWS
plant die Eröffnung einer "Region Zürich", deren Infrastruktur in Schweizer Rechenzentren betrieben werden soll, für das kommende Jahr. Der Bund verlangt allerdings nicht zwingend Schweizer Standorte, die Daten können auch in einem anderen Land, in dem ein "angemessener Schutz für natürliche Personen" gemäss einer vom EDÖB geführten Staatenliste gewährleistet ist, gehalten werden.
Auch wenn die in Standorten in solchen Ländern betriebenen Clouds an sich den Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Landes unterstellt sind, handelt es sich aber nicht um "souveräne Clouds" im eigentlichen Sinn. Da sie unter der Kontrolle der grossen Mutterkonzerne stehen ist es theoretisch möglich, dass Behörden in den USA oder China via die Mutterkonzerne den Zugriff auf bestimmte Daten erlangen könnten.