Google hat in Zürich eine Personalvertretung etabliert. Diese biete den Mitarbeitenden am grössten Google-Standort in Europa nun betriebliche Mitwirkung, wie die Gewerkschaft Syndicom mitteilt.
Ein erster Kontakt zwischen Mitarbeitenden und Gewerkschaft sei aufgrund des
umstrittenen Google-Projekts Dragonfly entstanden sowie aus dem Bedürfnis nach mehr Transparenz, Gleichstellung und Einhaltung ethischer Grundsätze. Das Google-Management sah sich in der Vergangenheit
wiederholt mit Protesten und punktuellen Streiks von Mitarbeitenden konfrontiert.
Nach zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen sei der Entscheid gefällt worden, unter den Mitarbeitenden ein Referendum für eine Personalvertretung zu lancieren. Die nötigen Unterschriften, um über eine Vertretung abzustimmen, seien "in kürzester Zeit" zusammen gekommen, schreibt Syndicom. In Zürich beschäftigt das US-Unternehmen über 4000 Mitarbeitende.
Eine deutliche Mehrheit der "Zoogler" habe sich
für eine Vertretung ausgesprochen. Damit wurde das Google-Management dazu verpflichtet, Wahlen für eine Personalvertretung durchzuführen. Diese Wahlen mussten unter Mitwirkung des Personals organisiert werden und haben laut Syndicom unterdessen stattgefunden.
Es habe sich gezeigt, so die Gewerkschaft in der Mitteilung, dass den Mitarbeitenden die Mitsprache ein deutliches Anliegen ist. Man sei zuversichtlich, dass andere Unternehmen – besonders in der IT-Branche – diesem Beispiel folgen werden.
Syndicom betont, dass eine gelebte Sozialpartnerschaft und ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) weitreichende Mitwirkung ermöglichten und dies auch im Konfliktfall sicherstellen würden. Ende letzten Jahres konnte die Gewerkschaft den
ersten GAV in der IT-Branche verkünden: Der Dienstleister T-Systems Schweiz und Syndicom haben sich auf einen GAV geeinigt, der unter anderem einen verbindlichen Rahmen für Löhne und Arbeitszeit, einen geregelten Anspruch auf Ferien sowie die Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Unfall umfasst. Er ermögliche den Mitarbeitenden, ihre Arbeitsbedingungen mitzugestalten, kommentierte Giorgio Pardini, Leiter Sektor ICT und Mitglied der Geschäftsleitung bei Syndicom, den GAV.