Israelische Firma liefert Funkgeräte für Schweizer Armee

29. Januar 2021 um 13:34
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Weitere Zuschläge von Armasuisse gehen an Ruag, Thales und Swisscom. Sie sind Teil eines 1,6 Milliarden Franken schweren Gesamtprojekts.

Die israelische Firma Elbit Systems wird die Geräte für den Ersatz von mobilen Funkgeräten, Bordverständigungsanlagen und Sprechgarnituren der Schweizer Armee liefern. Die Beschaffung der Geräte soll dem Parlament mit dem Rüstungsprogramm 2020 beantragt werden.
Im Rahmen des Projekts Telekommunikation der Armee wird ein Teil der veralteten Funkgeräte und damit verbundenes Zubehör ersetzt, wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilt. Neben den Geräten liefert Elbit auch die Lösung für die die übergreifende Planung zur Nutzung von Frequenzen, Netznummern, Chiffrierschlüsseln und IP-Adressen.
Für die Instandhaltung der Geräte wird Ruag unter Vertrag genommen. Swisscom ist für die Mitnutzung von zivilen Datenfunknetzen gewählt worden. Thales Suisse erhielt einen Auftrag für Richtstrahlausrüstung.
Der Auftrag ist Teil eines Gesamtprojekts mit einem Beschaffungsvolumen von rund 1,6 Milliarden Franken über 17 Jahre. Bislang wurden davon 224 Millionen Franken ausgegeben, wie das VBS mitteilt.
Spezialisten der Armasuisse und der Schweizer Armee hätten Funkgeräte, Bordverständigungsanlagen und Sprechgarnituren von zwei Anbietern unter identischen Bedingungen erprobt, die eingegangenen Offerten ausgewertet und ihre Empfehlung zuhanden der Projektaufsicht abgegeben. Der zweite Anbieter war laut Medienmitteilung die Firma Roschi Rohde & Schwarz in Ittigen BE.
Der Zuschlag sei aufgrund des besseren Preis-Leistungs-Verhältnisses erfolgt. Das VBS betont, dass durch die Wahl von Elbit Systems kein Präjudiz für die weiteren Beschaffungen im Projekt Telekommunikation der Armee entstehe. Die Eidgenössischen Finanzkontrolle EFK hatte im Herbst festgehalten, dass das Beschaffungsverfahren korrekt abgelaufen sei, nachdem es viel Kritik an Beschaffungsprojekten des VBS gegeben hatte. Erst kürzlich sind allerdings erneut Vorwürfe erhoben worden.

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