Merkel macht Russland wegen "Bundestags-Hack" schwere Vorwürfe

13. Mai 2020, 14:47
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Ein Russe wird gesucht und die Kanzlerin droht mit Konsequenzen nach dem "ungeheuerlichen" Hack.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 schwere Vorwürfe gemacht und mit Konsequenzen gedroht.
Mit Blick auf Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts sprach sie im Bundestag von "harten Evidenzen" für eine russische Beteiligung und sprach von einem "ungeheuerlichen" Vorgang. "Ich nehme diese Dinge sehr ernst, weil ich glaube, dass da sehr ordentlich recherchiert wurde", sagte Merkel. "Ich darf sehr ehrlich sagen: Mich schmerzt das."
Seit der letzten Woche sucht Deutschland per Haftbefehl nach einem jungen Russen, der verdächtigt wird, am Bundestags-Hack beteiligt gewesen zu sein. 
Das Netzwerk des Parlaments wurde damals so schwer verseucht, dass man es entfernen und ein neues aufbauen musste
Auch Angela Merkels persönlicher Computer wurde wahrscheinlich ausspioniert
Merkel sprach bei einer Befragung durch Abgeordnete im nationalen Parlament von einer Strategie der "hybriden Kriegsführung" Russlands, die auch "Desorientierung" und "Faktenverdrehung" beinhalte. "Die müssen wir beachten, und die können wir auch nicht einfach verdrängen", sagte die Kanzlerin. "Das ist nicht nur irgendwie ein Zufallsprodukt, das ist durchaus eine Strategie, die dort angewandt wird." Die Kanzlerin betonte zwar, dass sie sich weiter um ein gutes Verhältnis zu Russland bemühen wolle. Eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" werde dadurch aber gestört.
Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen für Russland sagte Merkel. "Natürlich behalten wir uns immer Massnahmen vor, auch gegen Russland."
Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Medien vom 5. Mai 2020 machen die deutschen Ermittler den russischen Militärgeheimdienst GRU für den grossangelegten Cyberangriff auf den Bundestag im Jahr 2015 verantwortlich.

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