Slack wird das Interface für Salesforce Customer 360

2. Dezember 2020 um 09:58
  • salesforce
  • slack
  • übernahme
  • channel
image

Salesforce zahlt fast 28 Milliarden für Slack, um 2 erfolglose Integrationen von Kollaborations-Tools wettzumachen.

Salesforce will mit der Übernahme des Firmen-Messengers Slack seinen bisher grössten Zukauf stemmen. Die Unternehmen haben eine Vereinbarung erzielt, bei der Slack mit rund 27,7 Milliarden Dollar bewertet wird.
Dies teilte Salesforce am 2. Dezember nach US-Börsenschluss mit. Der Konzern kündigte zudem an, Slack mit weiteren Funktionen ausstatten zu wollen. Slack könnte damit zur ernsthaften Konkurrenz für Microsoft Teams werden, glauben Experten.
Salesforce, bestens bekannt für seine CRM-Software, hat in den letzten Jahren sein Portfolio an Cloud-basierten Angeboten erweitert und bietet nun eine Reihe von Lösungen an, die auf seiner Customer-360-Plattform aufbauen. Das Unternehmen bietet auch Cloud-Dienste für Branchen-Verticals an, darunter für Finanzdienstleistungen oder das Gesundheitswesen.
Slack verschafft Salesforce ein solides Standbein auf dem Markt für Kollaboration im Enterprise-Bereich. Das Unternehmen hat dasselbe in der Vergangenheit mit seinem eigenen Chatter-Dienst (2013 eingestellt) und mit der Übernahme von Quip im Jahr 2016 versucht. Als Teil der Ankündigung sagte der Konzern, dass Slack "tief in jede Salesforce-Cloud integriert" und das neue Interface für Salesforce Customer 360 werden solle.
Slack seinerseits schien gegenüber Teams oder Zoom zu schwächeln: Die Coronavirus-Krise mit verstärktem Homeoffice gab in den vergangenen Monaten Slack zwar einen gewissen Auftrieb, aber nicht so stark wie den Konkurrenten.
Slack-Geschäftsführer und -Mitbegründer Stewart Butterfield sagte, beiden Unternehmen sei die "Vision reduzierter Komplexität, von mehr Leistung und Flexibilität sowie letztlich einem höheren Mass an Anpassungsfähigkeit und organisatorischer Agilität" gemein.
Slack-Aktionäre sollen pro Anteilsschein 26,79 Dollar sowie 0,0776 Salesforce-Aktien erhalten, hiess es weiter. Zusammen würden die beiden Firmen die Zukunft von Unternehmenssoftware prägen und verändern, wie die Menschen in einer digitalen Welt arbeiten, schwärmte Salesforce-Chef Marc Benioff.
Die Geschäftsleitungen beider Unternehmen haben den Milliarden-Deal bereits bewilligt. Erwartet wird, dass es im kommenden Jahr zum Abschluss der Übernahme kommt.
Die bislang grössten Zukäufe von Salesforce waren Tableau für 15,7 Milliarden Dollar im Jahr 2019 und Mulesoft für 6,5 Milliarden im Jahr 2018.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Reddit macht Login zur Pflicht

Der Zugang zur Plattform wird künftig nur per Login möglich sein. Damit will Reddit das Nutzererlebnis verbessern und sein Werbegeschäft stärken.

publiziert am 30.10.2026
image

Hohe Speicherpreise setzen Intel zu

Die Speicherpreise bremsen das PC-Geschäft aus. Dies wird sich laut Intel auch nächstes Jahr nicht ändern.

publiziert am 30.10.2026
image

Schweizer Softwarebranche setzt zunehmend auf KI

9 von 10 Schweizer Softwareunternehmen nutzen KI für die Entwicklung. Das treibt Investitionen hoch und macht gleichzeitig Kunden ungeduldiger.

publiziert am 30.10.2026
image

Aufspaltung der Firmenkundensparte von Swisscom

Der Konzern überführt KI-Beratung und Software in die Tochter Swisscom Digital Technology. Das restliche B2B-Geschäft bleibt bei Swisscom Business Customers. Ein Stellenabbau ist möglich.

publiziert am 30.10.2026