Q-Perior: "Wir müssen technologischer werden, weil es unsere Kunden sind"

24. März 2022 um 13:24
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Q-Perior-Schweiz-Chef Hasan Tekin. Foto: Q-Perior

Das SAP-Beratungshaus will sich mit dem Zukauf eines polnischen IT-Dienstleisters fit machen für Java- und Microsoft-Projekte in der Schweiz machen.

"Wir werden unseren heute sehr starken SAP-Beratungsschwerpunkt in der Schweiz beibehalten und zusätzlich unser Technologieportfolio weiter ausbauen", erklärt Hasan Tekin, seit 2016 Geschäftsführer von Q-Perior Schweiz, die Hintergründe des Anfang März bekannt gemachten Zukaufs des polnischen IT-Dienstleisters FIS-SST.
Tekin, der nach eigenen Angaben im Vorstand des Unternehmens den Ausbau des Technologie-Stacks verantwortet, machte zum Übernahmepreis auch jetzt keine Angaben. Er führte aber aus, dass rund 110 Mitarbeitende übernommen worden seien, die im letzten Jahr einen Umsatz von 5 Millionen Euro erwirtschaftet hätten.
Konkret geht es bei dieser Akquisition um die Stärkung der Technologieexpertise in den Bereichen Microsoft, Java sowie Cloud-Technologien (Azure, AWS und Google), so Tekin weiter. Ausserdem werden dadurch die bereits im rumänischen Cluj bestehenden Nearshoring-Kapazitäten stark ausgebaut, schiebt er nach. Als weiteren Aspekt verweist er darauf, dass FIS-SST heute schon im Umfeld Public und Industrie für Kunden in der Schweiz arbeite, "womit wir auch unser Kundenportfolio erweitern".
Da Q_Perior bereits im Jahr 2020 die Beratungseinheit "Fintech & Digital Banking" aufgebaut hat, dann 2021 ein eigenes dezidiertes Security-Angebot lancierte und nun Java- und Microsoft-Entwickler an Bord holt, haben wir Tekin nach den Hintergründen gefragt.

Technologie-Fokus ist zentral

Tekin verweist dazu auf eine vor 2 Jahren formulierte Strategie 2025. Laut dieser soll die internationale Präsenz gestärkt und die Technologie-Fähigkeiten ausgebaut werden. Man sei zwar Management- und IT-Beratungshaus und werden das auch bleiben, allerdings würden mit der Digitalisierung die Grenzen zwischen Business und IT immer mehr verschmelzen. "Es gibt bei unseren Schweizer Kunden praktisch keine 'Business-Projekte' mehr ohne einen Impact durch Technologien", so Tekin weiter.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssten die Unternehmen ihren digitalen Wandel beschleunigen. Deshalb würden "viele unserer Schweizer Kunden nun die Technologie in den Mittelpunkt ihres Unternehmens stellen – so müssen auch wir technologischer werden".
Der Zukauf der FIS-SST sei einer der Schritte zur Operationalisierung dieser Strategie, so Tekin. In Sachen Internationalisierung kämen mit Polen 3 weitere Standorte in Gliwice, Opole und Wroclaw hinzu. Und noch in diesem Jahr sollen neue Standorte in Italien und Spanien eröffnen werden, deren Geschäftsführung ebenfalls aus der Schweiz heraus erfolge, sagt Tekin: "Ende 2022 werden wir als Gruppe an 21 Standorten in 11 Ländern vertreten sein".
Im Interview vor einem Jahr hatte der Schweiz-Chef bereits gesagt, dass es heute nicht mehr ausreiche, allein mit Standardapplikationen aufzutrumpfen. In diesem Zusammenhang erklärt er jetzt, dass man mit dem Zukauf von FIS-SST seit Jahren bestehendes Know-how im Umfeld der Individual-Software-Entwicklung hinzubekomme.
Da die Anforderungen in einzelnen Branchen so spezifisch sind, dass eine Standard-Software nicht die benötigte Funktionalität mitbringt, bringe die Akquisition des polnischen Dienstleisters Q_Perior hier einen grossen Schritt vorwärts, so Tekin. Denn "unsere Kunden wollen ihre Abläufe individuell gestalten, um sich Wettbewerbsvorteile durch technologischen Vorsprung zu sichern. Wir wollen unsere Kunden als zuverlässiger Partner auf dem Weg zu einer nahtlosen digitalen Transformation begleiten und dabei auch beim Gestalten der massgeschneiderten Lösungen unterstützen."
Q_Perior hat 2021 rund 234 Millionen Euro umgesetzt. Laut Tekin hat die Schweiz 72 Millionen Franken dazu beigetragen, die hierzulande von 312 Beschäftigten erwirtschaftet wurden. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen jetzt 1350 Mitarbeitende.

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