In ihrer Mitteilung zum Geschäftsjahr 2025 spricht die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) von einem "trotz Sondereffekt guten Resultat". Mit 499,1 Millionen Franken lag der Geschäftsertrag um 4,6% über dem Vorjahr. Man habe operativ erfolgreich gearbeitet und in den relevanten Ertragspfeilern weiter zulegen können, so die BLKB.
Hinter dem Sondereffekt verbirgt sich ein aber: Das Debakel mit der Digitalbank Radicant und der Übernahme von Numarics belastete allein im vergangenen Jahr das Ergebnis mit 102,2 Millionen Franken. Bedingt durch diesen Sondereffekt sank der Gewinn um 7,1% auf 154,5 Millionen Franken. Aufgefangen wurde der Verlust teilweise durch die Auflösung von Reserven in der Höhe von 50 Millionen Franken.
Radicant kostet bis zu 190 Millionen
Insgesamt liegt der Verlust durch das Abenteuer mit der Digitalbank noch höher. "Seit dem Start von Radicant im Jahr 2021 bis zum Abschluss der Liquidation der Radicant Holding AG erwartet die BLKB aus heutiger Sicht Gesamtkosten von 180 bis 190 Millionen Franken", heisst es im Geschäftsbericht. Im vergangenen November
schloss die BLKB Radicant endgültig und gab deren Finma-Lizenz zurück.
"Die Entwicklung von Radicant entsprach weder unseren Erwartungen noch unserem Anspruch. Darum haben wir schon länger geprüft, wie Radicant in Zukunft aufgestellt werden soll. Letztlich haben wir uns aufgrund der noch erforderlichen Investitionen bis zum Erreichen der Gewinnschwelle dazu entschieden, unser Engagement bei Radicant zu beenden", sagt der interimistische Bankratspräsident Thomas Bauer im Geschäftsbericht. Die Stabilität der BLKB sei aber durch die Entwicklungen bei der Digitalbank zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt worden.
Finma und PUK untersuchen
"In einem ersten Schritt hat sie ein Budget erstellt sowie die Firma GWP Financial Services Advisory als externe Unterstützung beauftragt, womit die Basis für die weiteren Arbeiten gelegt ist", heisst es in einer Mitteilung des Kantons. Am 12. März hat die Geschäftsleitung des Landrats das Budget beschlossen.