Ein Strommangel in der Schweiz ist nicht mehr undenkbar. Auch
eine befragte Mehrheit unter IT-Entscheiderinnen und -Entscheider hält dieses Szenario nicht für unmöglich. Die aktuelle Energiekrise könnte also auch hierzulande spürbar werden. Für die Datacenter von Green.ch sei aber ein Blackout in der Schweiz kein grosses Problem, sagt IT-Unternehmer Franz Grüter in einem Interview gegenüber '
Der Bund'
(Paywall). Grüter ist SVP-Nationalrat und Verwaltungsratspräsident von Green.ch, einem Schweizer ICT- und Datacenter-Anbieter.
Stromreserven für Haushalte
Ein Strommangel würde die Rechenzentren nicht akut gefährden. "Wenn nötig könnten wir den Betrieb über Wochen aufrechterhalten", sagt Grüter weiter. Es sei möglich, die Stromversorger der Generatoren notfallmässig auch ferngesteuert zu starten und somit Strom ins Netz zu speisen. Dieses sogenannte Tertiärnetz sei etwa hilfreich, wenn ein Kernkraftwerk eine Notabschaltung vornehmen muss. Falls es im Winter jedoch zu Strommangel kommt, wolle die Bundesrätin Simonetta Sommaruga mit diesem Tertiärnetz zeitlich begrenzt Strom in das öffentliche Netz speisen. Die vier Standorte der Greenz-RZs könnten für etwa 40'000 Haushalte Strom produzieren – hochgerechnet auf die 20 grössten Rechenzentren der Schweiz bedeutet dies Strom für etwa 200'000 Haushalte.
Kritik an Schweizer Stromversorgung
Mit den Dieselgeneratoren der Green.ch-Datecenter könnten auch noch bei einem Unterbruch autonom Strom geliefert werden. Die Dieselreserven sollen die Generatoren mehrere Tage antreiben. "Dass wir mit Dieselgeneratoren aber Strom ins Netz einspeisen müssen, ist nicht gerade ein Ruhmesblatt für unser Land", sagt Grüter im Interview weiter. Eine eigenständige Stromversorgung wäre absolut zentral. "Wir haben die Hausaufgabe in diesem Land nicht gemacht."