Skandal um Cambridge Analytica: Meta zahlt 725 Millionen Dollar

23. Dezember 2022, 10:51
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Mark Zuckerberg steht persönlich im Fokus der Ermittler. Foto: Annie Spratt / Unsplash

Der Facebook-Konzern bestreitet jegliches Fehlverhalten, bezahlt aber eine gigantische Summe, um den Gerichtsfall beizulegen.

725 Millionen Dollar ist Meta die Beilegung einer Sammelklage wert: Den Rekordbetrag bezahlt die Facebook-Mutter, um einen langjährigen Gerichtsstreit zum Skandal um Cambridge Analytica beizulegen. Zugleich weist der Konzern jegliche Schuld von sich. Dies geht aus einem Gerichtsantrag hervor, der nun offengelegt wurde. 'Reuters' berichtete zuerst darüber. Der Vergleich muss noch besiegelt werden, was im März nächsten Jahres erwartet wird.
Im August hatte der Facebook-Konzern angekündigt, man strebe den Vergleich an. Es dürfte aber nicht das letzte Mal sein, dass sich Meta mit der Affäre beschäftigen muss. Im Frühling wurde bekannt, dass US-amerikanische Ermittler Facebook-Gründer Mark Zuckerberg persönlich zur Verantwortung ziehen wollen. Es gebe umfangreiche Beweise für dessen Verstrickungen, hiess es aus der Generalstaatsanwaltschaft von Washington D.C.
Der Gerichtsfall dreht sich um den wohl bekanntesten Datenschutzskandal der Social-Media-Geschichte. 2018 wurde enthüllt, dass Facebook dem britischen Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica den Zugriff auf Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern erlaubt hatte. Die auf dem Analysetool basierenden Einsichten und deren Ausnutzung für Manipulation werden in Verbindung gebracht mit dem Erfolg von Donald Trump und dem Brexit-Entscheid. Zusätzliche Brisanz erhielt die Entdeckung, weil an der Gründung der mittlerweile verurteilte rechtsradikale Vordenker Stephen Bannon beteiligt war. Cambridge Analytica meldete 2018 Insolvenz an.
Facebook ermöglichte diese Praxis durch die grosszügige Öffnung seiner Schnittstellen für Drittanbieter. Dies wurde immer wieder Thema, auch weil nicht-öffentliche Informationen von Usern betroffen waren. Seit Bekanntwerden des Cambridge-Analytica-Skandals hat Facebook wegen Missbrauchsverdachts tausenden Apps den Zugang zu seinen Daten gesperrt und den Umfang der für Entwickler zugänglichen Daten eingeschränkt.

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