SRG forscht an eigenem sozialen Netzwerk

9. Februar 2023 um 15:12
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Die Schweizer Tatort-Kommissarinnen Carol Schuler (l.) und Anna Pieri Zuercher. Foto: SRF/Sava Hlavacek

Zusammen mit dem ZDF und weiteren Rundfunkstationen will die SRG Online-Lösungen für den "demokratischen Diskurs" entwickeln.

Die 4 Service-public-Anbieter CBC/Radio-Canada, RTBF aus Belgien, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und die SRG aus der Schweiz haben sich für ein Forschungsprojekt zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie Antworten darauf finden, wie sie "als audiovisuelle Medienunternehmen den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern fördern und damit den demokratischen Diskurs unterstützen können", heisst es in einer Mitteilung.
Das Projekt trägt den Namen "Public Spaces Incubator". Damit sollen Erkenntnisse gewonnen und neue Lösungsansätze ausgelotet werden. "Diese sollen dazu beitragen, dass der Online-Dialog mit der Bevölkerung fair, konstruktiv und frei von Hate Speech stattfindet."
Gilles Marchand, Generaldirektor SRG, sagt in der Mitteilung: "Die SRG will die Menschen in der Schweiz zusammenbringen. Dazu baut sie Brücken und fördert den Austausch. Und deshalb sucht sie nach Lösungen, um mit den Menschen im Land einen Dialog zu führen, der im Inhalt konstruktiv und im Ton anständig ist."

Unabhängige Kommunikationsräume aufbauen

ZDF-Intendant Norbert Himmler sagt: "Das Projekt 'Public Spaces Incubator' soll Wege aufzeigen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk unabhängige und faktenbasierte Kommunikationsräume in der digitalen Welt aufbauen kann." Das Ziel sei, "der Zunahme von Hass, Gewalt, Propaganda und Diffamierung in den sozialen Medien mit einer öffentlich-rechtlichen Alternative zu begegnen". Die Demokratie lebe von einem offenen und fairen Dialog. "Das dürfen wir nicht den amerikanischen Grossplattformen überlassen", so Himmler.
Diese Aussage kann man durchaus so lesen, dass als Endziel die Entwicklung und der Aufbau eines eigenen sozialen Netzwerkes gesehen wird, welches von den Service-public-Anbietern getragen wird.

Im Einklang mit dem Service-public-Auftrag

Wie das konkret aussehen soll, erklären die Beteiligten noch nicht. Es handle sich im Moment um ein "Forschungs- und Entwicklungsprojekt", welches im Einklang stehe mit dem Auftrag, "die Bevölkerung zu informieren, Themen einzuordnen sowie unterschiedliche Ansichten und Meinungen abzubilden".
Ausser den 4 Rundfunkanstalten ist die gemeinnützige Organisation New_Public mit Sitz in News York am Projekt beteiligt. Diese entwickelt laut Eigenbeschrieb Modelle, "damit sich Menschen besser verstehen und vernetzen sowie soziale Technologien kompetent verwenden, pflegen und unterhalten können".

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