St. Gallen startet Tests der E-Collecting-Plattform

8. Dezember 2025 um 11:43
image
Foto: Kanton St. Gallen

Der Kanton übergibt die Abraxas-Plattform für das E-Collecting zunächst in die Hände von ethischen Hackern. Auch das Authentifizierungsverfahren wird öffentlich getestet.

Der Kanton St. Gallen hat am Montag das schweizweit erste Pilotprojekt zu E-Collecting vorgestellt. Wie er mitteilt, hat der Kantonsrat die gesetzlichen Grundlagen in der Herbstsession verabschiedet. Der Pilotversuch soll im Frühjahr 2026 starten.
Im Vergleich mit dem Sammeln von Unterschriften auf Papier biete das E-Collecting mehrere Vorteile, führt der Kanton aus. Es vereinfache das Unterschriftensammeln und verhindere falsche und mehrfache Unterzeichnungen, da die Unterschriften automatisiert mit dem Stimmregister abgeglichen würden. Dies entlaste auch die Gemeinden, da sie weniger handschriftliche Unterschriften bescheinigen müssten.
Die E-Collecting-Plattform wird laut Mitteilung von Abraxas Informatik entwickelt. Gemäss der Praxis des Kantons im Bereich der politischen Rechte wird auch der Quellcode der Plattform offengelegt. Dies ermöglicht es Sicherheitsforscherinnen und Sicherheitsforschern aus aller Welt, allfällige Schwachstellen aufzudecken.

Penetrationstests erwünscht

Der erste Schritt der Offenlegung startete im August im Rahmen eines privaten Bug-Bounty-Programms. Dabei konnten 80 ausgewählte Sicherheitsexpertinnen und -experten auf den Quellcode der Plattform zugreifen und Penetrationstests lancieren. Die Ergebnisse seien in die Weiterentwicklung der Technologie eingeflossen.
Jetzt kündigt der Kanton an, das Programm für die gesamte Öffentlichkeit zugänglich machen zu wollen. Alle interessierten Fachpersonen haben die Möglichkeit, den Quellcode und die Dokumentation zu studieren. Für Prüfungen steht eine Testversion der Plattform zur Verfügung, auf der Angriffsversuche simuliert werden können. Jede Meldung zu bisher unbekannten Schwachstellen wird mit Prämien von bis zu 30'000 Franken belohnt. Das Bug-Bounty-Programm werde auch nach dem Start des Pilotversuchs fortgeführt.
Da beim E-Collecting die zweifelsfreie Identifikation der unterzeichnenden Personen von höchster Wichtigkeit ist, stellt der Kanton auch die Anmeldeverfahren auf den Prüfstand. Sowohl das kantonale E-Login als auch der zugrundeliegende Authentifizierungsdienst Agov werden in ein öffentliches Bug-Bounty-Programm überführt. Das Programm von E-Login wird durch den Kanton betrieben, dasjenige von Agov finde auf der Plattform des Bundesamts für Cybersicherheit (Bacs) statt, so der Kanton.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

imageAbo

So will der Bund den Umgang mit KI regeln

Der Bundesrat setzt auf die Umsetzung der KI-Konvention des Europarats. Eine Bestandsaufnahme soll zeigen, wo Behörden mit KI arbeiten und wo Risiken bestehen.

publiziert am 28.10.2026
image

IT-S eröffnet Standort im Tessin

Der IT-Dienstleister hat einen neuen Standort in Manno . Das Unternehmen will seine Präsenz in der Südschweiz ausbauen.

publiziert am 28.10.2026
imageAbo

Illnau-Effretikon vergibt ICT-Aufträge erneut an OBT

Der bisherige Anbieter darf für rund 4,2 Millionen Franken weiterhin das ICT-Outsourcing und den Netzwerkbetrieb für die Stadt verantworten.

publiziert am 28.10.2026
image

Schweizer Pioneer of the Year: Jetzt noch abstimmen

Noch bis zum 2. November können Sie mitbestimmen, wer der fünf Nominierten die Auszeichnung zur IT-Persönlichkeit des Jahres verdient hat.

publiziert am 27.10.2026