St. Galler Steuersoftware-Projekt kostet 30 Millionen mehr

8. September 2023 um 09:27
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Das Grossprojekt braucht einen Nachtragskredit. Der Hauptauftrag für die Software geht an Emineo.

Der Kanton St. Gallen ist bei der Beschaffung eines neuen IT-Systems zur Verarbeitung der Steuerdaten mit Mehrkosten konfrontiert. Die dafür bewilligten 43,8 Millionen Franken müssen mit einem Nachtragskredit um 30,1 Millionen aufgestockt werden, teilte der Kanton mit. Dafür würden die Betriebskosten des Systems deutlich tiefer ausfallen als erwartet.
Die Steuersoftware soll komplett erneuert werden. Die zentrale Veranlagungs- und Bezugslösungen sind über 12 Jahre alt, andere Lösungen haben sogar bis zu 25 Jahre auf dem Buckel. Im Einsatz befinden sich verschiedene Fachapplikationen von Abraxas und Ingtes.

Emineo hat das günstigste Angebot eingereicht

Der Kanton St. Gallen hat sich jetzt für eine Gesamtlösung von Emineo aus Baar entschieden. Das Angebot beinhalte die Einführung und den Betrieb der IT-Steuerlösung über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren. "Dieser Anbieter hat das wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht", so die Mitteilung.
Das Angebot übersteigt jedoch die bisher geplanten Investitionskosten deutlich: "Statt der im Jahr 2021 geschätzten 43,8 Millionen Franken erwartet der Kanton Projektkosten von 73,9 Millionen Franken", schreibt die Regierung.
Deshalb beantragt die Regierung beim Kantonsrat einen Nachtragskredit von 30,1 Millionen Franken. Dieser wird im Rahmen des Budgets 2024 beraten. Der Vertragsabschluss stehe unter Vorbehalt der Gewährung dieser zusätzlichen Finanzen.

Weitere Zuschläge sind bereits erfolgt

Bereits früher sind im Rahmen des Projektes verschiedene Zuschläge erfolgt, so wurden mehrere Millionen für die Projektleitung oder für "Projektressourcen Architektur" gesprochen. Um mögliche Anbieter für die Gesamtlösung zu evaluieren und um die genauen Kosten zu erfahren, führte der Kanton eine öffentliche Ausschreibung mit Dialog durch. "Nach einer Vorqualifikationsphase wurde mit ausgewählten Anbietern ein Dialog durchgeführt", heisst es in der Mitteilung.
"In diesem Dialog konnte der Kanton den Beschaffungsgegenstand konkretisieren, Kostentreiber identifizieren und Optimierungspotenziale erkennen. Auf Basis der Offerten hat das Projektteam in den vergangenen Wochen die Grundlagen für die Evaluation erarbeitet." Basierend auf der Evaluation sei der Zuschlag an Emineo erfolgt.

12 zusätzliche Vollzeitstellen

Das neue System verlange ausserdem 12 zusätzliche Vollzeitstellen beim Verwaltungspersonal für die Projektdauer von 6,5 Jahren. Der Kanton schreibt dazu: "Im Rahmen des Dialogs hatte sich herausgestellt, dass für die Entwicklung und Realisierung dieses Vorhabens vonseiten des Kantonalen Steueramtes deutlich höhere Mitwirkungspflichten entstehen."
Einsparungen ergeben sich hingegen bei den Betriebskosten. Bei der heutigen Lösung fallen gemäss Mitteilung jährlich rund 16 Millionen Franken an. In Zukunft sei mit dem geplanten System noch mit rund 6 Millionen Franken zu rechnen, was wesentlich unter den geplanten Werten liege.
Ausserdem beteiligten sich künftig auch die Gemeinden mit bis zu 3 Millionen Franken an den Betriebskosten. Dadurch erziele der Kanton jährliche Einsparungen von 13 Millionen Franken. "Die Investitionen sind dank der künftig wesentlich tieferen Betriebskosten bereits nach 7 Jahren amortisiert."
(Mit Material von Keystone-sda)

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