Bedag Informatik plant Ende 2026 die Auszahlung von Halteprämien in Höhe von insgesamt 584'000 Franken an seine Mitarbeitenden. Die Bonuszahlungen stehen laut dem Geschäftsbericht 2025 im Zusammenhang mit der laufenden Modernisierung der IT-Systeme der bernischen Steuerverwaltung. Wie die 'Berner Zeitung' berichtet, sind die Prämien daran geknüpft, dass die betroffenen Mitarbeitenden während zweier Jahre im Unternehmen verbleiben. Im Durchschnitt entspricht dies rund 14'000 Franken pro Person.
Die rund 40 Spezialistinnen und Spezialisten arbeiten gemäss Zeitung an einem der grössten laufenden IT-Modernisierungsvorhaben des Kantons Bern. Dabei wird eine seit den 1970er-Jahren eingesetzte IBM-Infrastruktur abgelöst, auf der die Steuerdaten der Berner Steuerpflichtigen verwaltet werden.
Technologiewechsel des Steuerfachsystems
Bei dem Projekt handelt es sich um den
Technologiewechsel des Steuerfachsystems Nesko. Es soll zur "Ablösung IBM Mainframe bei den Steueranwendungen" führen. Das Projekt läuft bereits seit 2014 und befinde sich mittlerweile in der Abschlussphase.
Laut Bedag bestand das Risiko, dass während der Schlussarbeiten erfahrene Fachkräfte das Unternehmen verlassen könnten. Wie Bedag-Vizechef Peter Schori gegenüber der Zeitung erklärt, seien die Halteprämien eingeführt worden, um die personelle Kontinuität sicherzustellen. Zudem hätten einzelne Mitarbeitende ihre Pensionierung zugunsten des Projekterfolgs aufgeschoben. Projektkritische Abgänge seien bislang ausgeblieben.
Der Kanton Bern ist Eigentümer des IT-Unternehmens, das über 700 Mitarbeitende beschäftigt, und zählt zugleich zu den wichtigsten Auftraggebern. Finanzdirektorin Astrid Bärtschi erklärte laut Bericht, die Ausgestaltung der Lohn- und Vergütungspolitik liege in der Verantwortung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Bedag. Das Unternehmen stehe im Wettbewerb um qualifizierte IT-Fachkräfte, weshalb entsprechende Bonuszahlungen in der Branche nicht ungewöhnlich seien.
Projektkosten auf 63 Millionen Franken erhöht
Das Modernisierungsprojekt hatte in den vergangenen Jahren auch finanzielle Auswirkungen. Wie die '
Berner Zeitung' (Paywall) schreibt, wurde der Projektkredit 2025 um weitere fünf Millionen auf insgesamt 63 Millionen Franken erhöht. Als Grund wurde unter anderem die höhere Komplexität der Software genannt. Für "Wartung und Support Nesko-Applikationen" wurden in den vergangenen Jahren
wiederholt freihändige Aufträge an Bedag sowie externe Dienstleister vergeben.
Nach Angaben der Finanzdirektion verläuft die Umsetzung inzwischen planmässig. Die Migration der Systeme sei für Oktober vorgesehen. Bis Ende Jahr soll der Technologiewechsel abgeschlossen werden. Der Kanton rechne danach mit Einsparungen von rund 800'000 Franken pro Monat.