Accenture-Umfrage: Consumer wollen massenhaft ins Metaverse

5. Mai 2022, 13:10
image
Grafik: Julien Tromeur / Unsplash

Laut einer Accenture-Studie würde eine grosse Mehrheit der Consumer gerne Einkäufe im Metaverse tätigen.

Eigentlich gibt es "Das Metaverse" ja noch gar nicht, lediglich eine Reihe von kleinen Proto-Metaversen. Trotzdem würden Verbraucherinnen und Verbraucher gerne das Metaversum nützen, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten, sagt Accenture aufgrund einer Umfrage unter gut 11'000 Menschen in 16 Ländern. Fast zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, in den letzten 12 Monaten mindestens ein virtuelles Produkt oder eine Dienstleistung gekauft oder an einem virtuellen Event teilgenommen haben. 83% der Befragten seien daran interessiert, auch Einkäufe über das Metaverse zu tätigen. 42% sagten gemäss Accenture ausserdem, dass sie schon einmal mit einem Händler in der virtuellen Welt Kontakt aufgenommen haben, um sich beraten zu lassen, eine Zahlung zu tätigen oder das Warenangebot kennenzulernen.
"Noch stecken die kommerziellen Anwendungen des Metaverse in den Kinderschuhen, doch sie werden sich rasant entwickeln, nicht zuletzt, weil Verbraucher dies bereits heute erwarten. Erfolgreiche Marken arbeiten mit Verbrauchern und dem Metaverse-Ökosystem zusammen, um digitale Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die genau diese Erwartungen erfüllen", so das Fazit von David Holtmann, Geschäftsführer für Consumer Goods & Services bei Accenture in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Einzelhändler und Marken müssen umdenken und testen, was die neuen immersiven Möglichkeiten für ihre Kunden und letztendlich für ihr Geschäft bedeuten könnten. "Die Metaverse-Ära hat begonnen. Für konsumentennahe Unternehmen geht es nicht länger um die Frage, ob sie in das Metaverse investieren wollen, sondern wie."
Wenn Unternehmen nicht schon jetzt in ihre "Metaverse-Fähigkeiten" investieren, so Accenture, würden sie Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.
Für die Studie wurden online 11'311 Menschen aus Brasilien, Kanada, Chile, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Indonesien, Italien, Singapur, Spanien, Schweden, den VAE, Grossbritannien, den USA und Vietnam befragt. Die Stichprobe war laut Accenture repräsentativ.

Kommentar: Accenture verfolgt auch ein Eigeninteresse

Accenture könnte recht haben. Das Metaversum, oder eine Reihe von Metaversen, könnten schon in wenigen Jahren ein fixer und grosser Bestandteil unseres Lebens werden. Dafür spricht nicht zuletzt das viele Geld, das Tech-Riesen von Facebook / Meta über Microsoft und Qualcomm bis Nvidia in entsprechende Entwicklungen stecken.
Aber es wäre eine Unterlassungssünde, nicht auch dies anzumerken: Nicht nur "Das Metaversum" selbst steckt noch in den Kinderschuhen, sondern auch das Geschäft mit Beratungs-Services für Unternehmen, die ins Metaverse wollen. Accenture hat kürzlich den neuen Geschäftsbereich Accenture Metaverse Continuum Business Group geschaffen, um von diesem Geschäft zu profitieren. Deshalb ist der Consulting-Riese natürlich stark daran interessiert, die Nachfrage nach solchen Services zu schüren.

Hans Jörg Maron


Loading

Mehr zum Thema

image

Plenum von Robotaxis blockiert stundenlang Strassen

In San Francisco dürfen autonome Taxis fahrerlos verkehren. Bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit zeigten sich die Tücken der Technologie.

publiziert am 1.7.2022
image

Über 11'600 offene IT-Stellen in der Schweiz

Im 2. Quartal 2022 suchte der IT-Sektor dringend nach Fachleuten. Allein Swisscom schrieb 351 Stellen aus.

publiziert am 1.7.2022
image

Zürcher Startup Properti sammelt 6 Millionen Franken ein

Das Proptech hat eine weitere Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Im Lead standen Investoren um Serpentine Ventures.

publiziert am 1.7.2022
image

In der Schweiz werden im Kryptowinter weniger Startups gegründet

Die Zahl der Firmengründungen ist im ersten Halbjahr 2022 gesunken. Die Gründerplattform Startups.ch macht auch den Krieg in der Ukraine und den Homeoffice-Boom dafür verantwortlich.

publiziert am 30.6.2022