Die Mitarbeitenden des Kantons Tessin nutzen für Übersetzungsarbeiten künftig eine speziell trainierte Version der Apertus-KI. Einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalen Supercomputing-Zentrums zufolge hat das kantonale Centro sistemi informativi (CSI) ein KI-Übersetzungstool auf den Arbeitsplätzen installiert.
Die KI-Lösung wurde vom CSI zusammen mit dem im Tessin ansässigen Unternehmen
Artificialy entwickelt. Laut Mitteilung kommt das kleinere Grundmodell Apertus 8b zum Einsatz, das mit Datensätzen der Schweizer Amtssprachen und beispielsweise Rumänisch und Ukrainisch optimiert wurde. "Bemerkenswert ist, dass das feinabgestimmte Apertus 8b in Tests sehr gut funktioniert", sagt Luca Gambardella, CEO und Mitbegründer von Artificialy.
In Benchmarks des Unternehmens habe Apertus 8b ohne Feinabstimmung eine Genauigkeit von 90% erzielt. Im Vergleich dazu erreichte das Llama-Scout-Modell von Meta 91,4%. Nach dem Feintuning kam Apertus 8b auf 94%. "Die guten Benchmark-Ergebnisse waren eine Voraussetzung für unsere Entscheidung, Apertus für unser Übersetzungstool zu verwenden", sagt er.
Die
Apertus-Entwicklung löst beim Kanton mehrere Übersetzungstools ab. "Viele unserer Dokumente enthalten sensible Informationen, und wir müssen einen angemessenen Datenschutz gewährleisten", erklärt Rudi Belotti, Leiter der Abteilung Systeme und Benutzerunterstützung beim CSI in der Mitteilung.
Zwar ist die Nutzung von KI-Tools wie Deepl für kantonale Mitarbeitende erlaubt. Jedoch müssen sie sich strikt an die Datenschutzbestimmungen halten und Dokumente bei Bedarf manuell anonymisieren. Diese Einschränkungen entfallen mit Apertus. Zudem gewinne der Kanton mit dieser Lösung die Souveränität über seine Übersetzungsprozesse zurück, da die KI-Anwendung im eigenen Rechenzentrum des CSI gehostet wird, ist Belotti überezeugt. Dort seien GPU-Prozessoren installiert worden, um lokale KI-Workloads zu verarbeiten.