Thurgau schreibt Steuerlösung aus

8. Juli 2024 um 09:53
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Foto: Staatskanzlei TG

Als wohl letzter Kanton vereinheitlicht Thurgau seine Steuer­lösung. Die fragmentierte und teilweise veraltete Soft­ware­land­schaft soll vereinfacht werden.

Der Kanton Thurgau beschafft eine neue Softwarelösung für den Steuerbezug, die in allen Gemeinden des Kantons verwendet werden soll. Diese einheitliche Bezugslösung soll die verschiedenen derzeit in den Gemeinden und dem Kanton eingesetzten Systeme ersetzen und eine zentrale, standardisierte Plattform für den Steuerbezug bei natürlichen Personen schaffen, heisst es in der Ausschreibung.
Die Beschaffung geht auf eine Motion aus dem Jahr 2021 zurück, die eine "Einheitliche Steuersoftware für Kantone und Gemeinden" forderte. Damals hiess es im Parlament, der Thurgau sei "der letzte Kanton, der sein Steuer­soft­ware-System noch nicht vereinheitlicht", habe.
Die Anschaffungskosten werden sich laut Regierungsrat auf insgesamt vier bis sechs Millionen Franken belaufen. Die jährlich wiederkehrenden Betriebs­kosten werden nach gegenwärtigem Kenntnisstand auf rund drei bis drei­ein­halb Millionen Franken geschätzt.

Etablierte Lösung, minimale Zusatzentwicklung verlangt

Laut der Ausschreibung sind bei den Gemeinden derzeit Lösungen von Abraxas, Axians Infoma, KMS und Dialog Verwaltungs-Data im Einsatz. In der kantonalen Verwaltung werden Nest, Abraxas sowie eine veraltete Software aus dem Jahr 1993 genutzt.
Gefragt ist ein Standardprodukt, das auf dem Markt etabliert ist und nur wenig Zusatzentwicklungen benötigt. Grundsätzlich soll es dem gemeinsamen Steuerbezug der Staats- und Gemeindesteuern, der direkten Bundessteuer, der Verrechnung der Verrechnungssteuern mit den Einkommens- und Vermögenssteuern sowie die Bussenerhebung für natürliche Personen dienen.
Die neue Lösung solle zwar funktional modular sein, aber nur von einem Anbieter stammen, sprich keine Zusammenführung unterschiedlicher Hersteller sein, heisst es weiter. Ziel des Projekts sind die Verbesserung der Effizienz, die Standardisierung von Prozessen sowie die Reduktion der Lizenzkosten, der Komplexität der Gesamtarchitektur und des Einführungs- und Schulungsaufwand für neue Mitarbeitende.

Nest-Gemeinden müssen Ende 2025 migriert sein

Ebenfalls Teil der Ausschreibung sind Projektmanagement sowie Aufgaben rund um die Migration und Einführung, inklusive Schulung der Mitarbeitenden. Hinzu kommen Wartung und Support. Geplant ist, dass die neue Lösung im Rechenzentrum des Kantons betrieben wird.
Im Kanton gibt es rund 80 Gemeinden mit jeweils unterschiedlichen Voraussetzungen. Für die Migration werden die Gemeinden nach ihrem bestehenden System in Gruppen eingeteilt und in diesen migriert. Je Gruppe soll es jeweils eine Pilotgemeinde geben. Den Auftakt machen laut der Ausschreibung die 10 Nest-Gemeinden. Diese müssen bis Ende 2025 migriert sein.

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