Über 1000 Experten fordern KI-Bremse

29. Juli 2026 um 09:56
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Illustration: Getty Images / Unsplash+

Mitarbeitende von Anthropic, OpenAI, Meta und Google fürchten einen Kontrollverlust. Massnahmen sollen das Entwicklungstempo regulieren.

Mehr als 1000 Mitarbeitende führender KI-Entwicklerfirmen sprechen sich dafür aus, die Voraussetzungen zum Bremsen des Fortschritts bei Künstlicher Intelligenz zu schaffen. Sie warnen vor einem Kontrollverlust. Die Mitarbeitenden appellieren an die US-Regierung, sich an internationalen Bemühungen für technische und regulierende Massnahmen zur Steuerung des Entwicklungstempos zu beteiligen.
Unter den bislang 1224 Unterzeichnenden sind führende Forschende und Manager etwa vom ChatGPT-Entwickler OpenAI, dem Konkurrenten Anthropic sowie dem Facebook-Konzern Meta und Google. In persönlichen Statements verweisen sie darauf, dass Software mit Künstlicher Intelligenz bald in der Lage sein könnte, sich selbst weiterzuentwickeln.

"Reales Risiko"

Schon jetzt werden grosse Teile des Programmiercodes in Tech-Unternehmen von KI-Software geschrieben – aber unter menschlicher Aufsicht. Der Moment, in dem die Entwicklung Künstlicher Intelligenz automatisiert werden kann, gilt als ein Wendepunkt. Die Vorhersage, wie sehr dies den KI-Fortschritt beschleunigen werde, sei schwierig, heisst es in dem offenen Brief. Aber es gebe ein "reales Risiko", dass das Tempo "unsere Fähigkeit übertreffen wird, die sich daraus ergebenden Systeme zu verstehen oder zu kontrollieren".
Abgestimmte internationale Anstrengungen seien nötig, weil jedes Land und jede Entwicklerfirma unter Konkurrenzdruck stünden, den KI-Fortschritt nicht abzubremsen, heisst es in dem Brief. Zudem fehlten aktuell noch die technischen Mittel und ein Regelwerk dafür.

KI-Hackerangriff als Weckruf

Der offene Brief folgt auf einen aufsehenerregenden Zwischenfall, der in grossen Teilen der Tech-Branche als Weckruf gesehen wird. Ein KI-Modell von OpenAI verschaffte sich bei einem Test eigenständig Zugang zum offenen Internet und drang danach auf eigene Faust in Computersysteme einer anderen KI-Firma ein. Dabei agierte die Software wie ein Hacker und nutzte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken aus.


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