Die Arbeitslosigkeit hat unter Informatikerinnen und Informatikern im Dezember 2023 weiter um sich gegriffen. Im letzten Monat des Jahres waren 2804 IT-Fachleute auf den regionalen Arbeitsvermittlungsämtern (RAV) gemeldet. Dies zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS).
Das Bundesamt verzeichnet einen Anstieg von 4,5% zum Vormonat und damit die
Fortsetzung eines Trends, der über das gesamte Jahr zu beobachten war. Lag die Arbeitslosenquote im Februar noch 0,7% über dem Vorjahr, waren im Dezember 57,8% mehr Informatikerinnen und Informatiker auf einem RAV angemeldet als 2022. Das sind im Jahresvergleich über 1000 Personen mehr.
Die Grafik basiert auf Zahlen des BFS. Die roten Balken zeigen die Zahl der Arbeitslosen, die schwarze Linie die prozentuale Zunahme im Vergleich zum Vorjahr.
Die IT liegt mit 3,3% deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Arbeitslosenquote, die im Dezember bei 2,3% lag. Und die Informatik verzeichnet im Jahresvergleich die mit Abstand stärkste Zunahme, konkurriert einzig von "Forschung und Entwicklung", wo im letzten Monat 53,3% mehr Personen arbeitslos waren, als im Dezember 2022.
Im Oktober hatte die Adecco Gruppe Schweiz
auf unsere Anfrage erklärt: "Der sich abkühlende Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte manifestiert sich nicht nur in den steigenden Arbeitslosenzahlen, sondern auch in einem Rückgang der Stellenausschreibungen für diese Fachkräfte." Etwa bei Entwicklerinnen und Analytikern im Bereich Software und IT-Anwendungen habe die Nachfrage nachgelassen.
Eine spezifische Ursache für eine Trendwende sei nicht zu erkennen. Inflation und steigende Zinsen würden die Kosten für IT-Investitionen erhöhen, während geopolitische Unsicherheiten und eine schwächelnde Konjunktur zusätzlich für Zurückhaltung bei Investitionen sorgten. Zusätzlich hatten viele Unternehmen in der akuten Pandemiezeit in ihre IT-Infrastruktur investieren müssen, um betriebliche Aktivitäten trotz einschränkender Massnahmen fortzusetzen.