Ursache der Skyguide-Panne wird untersucht

27. Juni 2022, 13:23
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Am Morgen des 15. Juni stand der Flugverkehr über der Schweiz still. Foto: Roban Kramer / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Im Spätsommer soll vollständig aufgeklärt sein, was im Juni zur Sperrung des gesamten Schweizer Luftraums geführt hat. Ein Cyberangriff war es sicher nicht.

Nach dem Totalausfall der Schweizer Flugsicherung am 15. Juni hat Skyguide dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) einen ersten Zwischenbericht zum Vorfall vorgelegt. Bis zum Spätsommer sollen Untersuchungen klären, was bei Skyguide und beim Hersteller der Technik schiefgelaufen ist. Ausserdem nimmt ein externes Gremium die Panne unter die Lupe.
Dass bei dem Vorfall die Ausfallsicherung bei Skyguide nicht funktioniert hat, "verstehen wir nach einer 5-jährigen reibungslosen Zusammen­arbeit nicht", heisst es in einer Mitteilung von Skyguide auf Anfrage von 'Keystone-SDA'. Bei der Panne Mitte Juni wurde der Datenfluss bei Skyguide plötzlich gestoppt und auch die Umleitung auf einen der 3 Back-up-Switches funktionierte nicht.
Im Zwischenbericht, der dem Bazl vorgelegt wurde, heisst es: "Wir sind derzeit dabei, die Ursachenuntersuchung zu vertiefen, um die richtigen Lehren aus diesem Ereignis zu ziehen." Bis zum Spätsommer solle ein zweiter Bericht erstellt werden, "der den festgelegten Verfahren für interne Untersuchungen von schweren Vorfällen" folge, so Skyguide.

Kein Cyberangriff

Man wolle ausserdem so bald wie möglich "eine Untersuchung mit Dritten durchführen", so die Flugsicherung weiter. Dieses externe Gremium sei allerdings noch nicht zusammengestellt, wie Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa gegenüber 'Keystone-SDA' sagte. Eines sei jedoch sicher, so der Sprecher: "Einen Cyberangriff können wir ausschliessen."
Nach Darstellung von Skyguide war es am 15. Juni um 03.35 Uhr zu einer technischen Störung im eigenen System gekommen. Auslöser war eine gestörte Netzwerkkomponente und der anschliessende Verlust der Redundanz.
Als Sicherheitsmassnahme und da notwendige Systeme der Flugsicherung nicht zur Verfügung standen, wurde eine sogenannte Zero Rate eingeführt. Das heisst, Skyguide hat während der Dauer von 4 Stunden keinen Verkehr im Schweizer Luftraum angenommen.

Premiere bei der Schweizer Flugsicherung

Der Totalausfall war eine Premiere in der 100-jährigen Geschichte der Schweizer Flugsicherung. Nach Angaben der Fluggesellschaft Swiss wurden am 15. Juni allein auf dem Kurzstreckennetz 31 Hin- und Rückflüge von und nach Zürich und Genf annulliert. Davon betroffen waren mehr als 6600 Fluggäste.
Aus Sicht des Bazl hat Skyguide mit dem Herunterfahren des Systems richtig gehandelt, nach dem Prinzip "Safety first", wie ein Sprecher 'Keystone-SDA' gegenüber betonte.
Wer für die Kosten des Totalausfalls bei Skyguide aufkommen wird, sei noch unklar. Eine Swiss-Sprecherin hatte erklärt, Skyguide hafte nach den Grundsätzen der Staatshaftung. Damit sei ein Rückgriff für Vermögens­schäden gegen Skyguide ausgeschlossen. Für die bei der Swiss angefallenen finanziellen Konsequenzen bestehe keine Versicherungsdeckung.

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