Am 11. Juni vor vier Jahren öffnete die Cebit letztmals ihre Pforten und schloss sie danach für immer. Das Ende der einst riesigen Informatik-Messe markiert einen Bruch, der auch auf die dort ausgestellten Tools zurückgeht. Die Cebit hat sich quasi selbst abgeschafft. Aber der Reihe nach.
Die Messe "Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation", wofür das Akronym Cebit stand, wird 1986 erstmals durchgeführt. An die erste Ausgabe strömen über 330'000 Besucherinnen und Besucher, danach jagt ein Rekord den nächsten: 1995 stellte Bill Gates in Hannover Windows 95 vor, während über eine Viertelmillion Besucher über das Areal schlenderten. Das höchste Zuschauerinteresse verzeichnet die Cebit aber 2000, als 830'000 Besucher nach Hannover kommen.
Danach beginnt der schleichende Niedergang: Immer weniger Interessierte zieht es auf das Messegelände. 2018 verlegte der Betreiber die Messe schliesslich in den Frühsommer und will sie in einen "Event" verwandeln, um sie zu retten. Schliesslich waren im Vorjahr gerade noch 200'000 Besucher gekommen.
Im November 2018
verkünden sie das Ende der Cebit. Gelitten hatte die Messe auch darunter, dass die CES in Las Vegas und der Mobile World Congress in Barcelona grösser und grösser wurden und Konzerne eigene Hausevents etablierten. Aber auch diese kämpfen mit der sinkenden Bedeutung von IT-Messen. Schliesslich schuf die Branche selbst die Instrumente, um sich Remote zu treffen oder hybride Events durchzuführen – Trends, die sich durch die Pandemie nochmals beschleunigten. Zudem wird die Digitaliserung längst omnipräsent und an unzähligen Events gepriesen.
Und: Um den Globus jetten, ist nicht mehr besonders en vogue, wenn Nachhaltigkeit zum grossen Branchenthema wird.