Vor 40 Jahren: Dell wird gegründet

3. Mai 2024 um 13:29
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Michael Dell. Foto: Oracle PR / Flickr / Lizenz: CC BY 2.0 Deed

Von seinem Wohnzimmer aus schuf Michael Dell einen Milliardenkonzern, der einmal an die Börse und dann wieder zu seinem Gründer zurück fand.

Michael Dell hat seine berufliche Karriere 1983 während seines Studiums an der University of Texas mit dem Verkauf von Computer­komponenten gestartet. Später verkaufte er IBM-kompatible Computer, die aus Standard­komponenten zusammengesetzt waren. Dell war stets überzeugt, dass er durch den direkten Verkauf besser auf die Bedürfnisse der Kundschaft eingehen kann.
Am 3. Mai 1984 gründete er mit einem Startkapital von 1000 US-Dollar das Unternehmen PC's Limited, aus dem später Dell Technologies hervorging. Er brach sein Studium ab und lieferte fortan von seinem Wohnzimmer aus Computer in die ganzen USA. 1985 produzierte das Unternehmen den ersten selbst entwickelten Computer, den "Turbo PC".
Das Gerät war damals sehr günstig. Die aufgerufenen 795 US-Dollar waren deutlich weniger, als die Konkurrenz zur gleichen Zeit verlangte. Der Computer war mit einem Intel 8088-kompatiblen Prozessor ausgestattet, der mit einer maximalen Geschwindigkeit von 8MHz arbeiten konnte. PC's Limited bewarb die Systeme allerdings nur in den USA und verkaufte sie nur direkt an Endkunden. In seinem ersten Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen bereits mehr als 73 Millionen Dollar.
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Der Turbo PC von PC's Limited. Foto: Ruben de Rijcke / Wikimedia / Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Erfolgsgeschichte

1987 wurde PC's Limited in Dell Computer Corporation umbenannt. Der neue Firmenname sollte die Präsenz auf dem Geschäftsmarkt besser widerspiegeln und auch Probleme mit der Verwendung des Wortes "Limited" aus der Welt schaffen, dass in einigen Ländern auch eine Firmenbezeichnung sein kann. Erstmals expandierte Dell auch nach Übersee.
Es wurde die erste internationale Niederlassung in Grossbritannien eröffnet. Innerhalb der nächsten vier Jahre folgten elf weitere in Europa. Im Juni 1988 wuchs die Marktkapitalisierung von Dell mit einem Börsengang sprunghaft um 30 Millionen auf insgesamt 80 Millionen Dollar. 3,5 Millionen Aktien zu einem Kaufpreis von 8,5 Dollar wurden damals verkauft.
In den 1990er-Jahren versuchte Dell auch, seine Computer über indirekte Wege zu verkaufen, hatte damit aber nur wenig Erfolg. Dennoch wurde das Geschäft 1992 in die 'Fortune'-Liste der 500 grössten Unternehmen der Welt aufgenommen. Michael Dell war zu diesem Zeitpunkt der jüngste CEO eines Fortune-500-Unternehmens.

Computer für Privatpersonen

Mit dem Aufkommen des Internets erlebte das Unternehmen in den Jahren 1996 und 1997 einen weiteren Aufschwung. Während der durchschnittliche Verkaufspreis in der gesamten Branche sank, stieg der von Dell. Grund dafür war, dass sich Käufer, die leistungsstarke Computer ohne grossen technischen Support benötigten, für Dell entschieden.
Dell entdeckte diesen Markt als Chance und gründete 1997 eine interne Vertriebs- und Marketinggruppe, die sich auf den Privatkundenmarkt konzentrierte. Zudem wurden Produktlinien eingeführt, die speziell für Privatanwender entwickelt wurden. Bis 2004 verzeichnete Dell ein stetiges Wachstum und gewann selbst in rauen Zeiten Marktanteile von Wettbewerbern.
Im Juli 2004 trat Michael Dell als Chief Executive Officer zurück, behielt aber seine Position als Vorstandsvorsitzender bei. Neu wurde das Unternehmen von Kevin Rollins geleitet, der zuvor bereits eine Reihe von Führungs­positionen bei Dell innehatte. Obwohl er den Titel CEO nicht mehr trug, fungierte Dell de facto als Co-CEO mit Rollins.

Turbulente Zeiten

Rollins kündigte gleich eine Reorganisation des Unternehmens an. Angestellte wurden entlassen und die Produkte des Unternehmens sollten diversifiziert werden. Nachdem aber vier von fünf Quartalsberichten hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, trat Rollins am 31. Januar 2007 als Präsident und CEO zurück. Firmengründer Michael Dell übernahm wieder die Rolle des CEO.
Mit der Rückkehr kam es zu einigen Veränderungen im Unternehmen, dem Weggang vieler leitender Vizepräsidenten und der Einstellung neuer Mitarbeitenden von ausserhalb des Unternehmens. Michael Dell kündigte im Rahmen der Initiative "Dell 2.0" eine Reihe von Plänen an, um die finanzielle Leistung zu verbessern. Dazu gehörten die Abschaffung von gewissen Prämien und die Reduzierung der Anzahl der direkt unterstellten Manager.
In den späten 2000er-Jahren wurden die asiatischen Auftragsfertiger immer besser. Dells Herstellungskonzept kam allmählich unter Druck. Das Unternehmen sah sich daher gezwungen, zahlreiche Werke in Nordamerika zu schliessen und nach Asien zu verlagern.
Im September 2013 kaufte Michael Dell sein Unternehmen für 24,9 Milliarden US-Dollar zusammen mit dem Finanzinvestor Silver Lake zurück und führt dieses seither als Alleininhaber. Im Oktober 2015 übernahmt Dell den Speicherspezialisten EMC für 67 Milliarden Dollar. Im Zuge dieser Fusion wurde der Name in Dell Technologies Inc. geändert.

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