Die Schweiz wird den nächsten Weltgipfel zum Thema Künstliche Intelligenz 2027 in Genf ausrichten. Dies gab Bundespräsident Guy Parmelin in Neu-Delhi beim KI-Gipfel 2026 in Anwesenheit des indischen Premierministers Narendra Modi bekannt.
"Ich freue mich, bekanntgeben zu dürfen, dass die Schweiz bereit ist, den nächsten Gipfel in Genf auszurichten", erklärte der Bundespräsident. "Genf ist das Epizentrum des Multilateralismus", sagte Parmelin weiter. Die Schweiz freue sich darauf, den Gipfel zu organisieren. Auch freue sich die Schweiz darauf, mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammenzuarbeiten, die den Gipfel im darauffolgenden Jahr ausrichten werden, so der Waadtländer weiter.
Vorbereitungen laut Bundesrat abgeschlossen
Der Bundesrat hatte für die Ausgabe von 2027 bereits im Vorfeld sein Interesse bekundet. Ende Januar des laufenden Jahres gab der Bundesrat bekannt, dass die Finanzierung bereits stehe. Die Vorbereitungen für die Organisation des Gipfels in der Schweiz seien abgeschlossen,
hiess es damals vonseiten der Landesregierung.
Seit 2023 fanden in verschiedenen Ländern eine Reihe von hochrangigen Gipfeltreffen zum Thema Künstliche Intelligenz (KI), statt. Ein erster weltweiter KI-Gipfel fand in
Grossbritannien statt. Es folgten weitere Treffen in
Südkorea und
Frankreich. Die Treffen sollen einen Austausch über die Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz für die Gesellschaft oder in Bereichen wie Medizin, Klima oder Landwirtschaft ermöglichen.
"Wir müssen ein KI-Monopol verhindern"
Parmelin hat am Rande des KI-Weltgipfels gesagt, ein Monopol oder Duopol müsse vermieden werden. Zurzeit dominieren die USA und China bei Forschung und Investitionen in diesem Bereich. Einige grosse Länder hätten einen Vorsprung, daher brauche es ein Gegengewicht. Andere Staaten müssten sich organisieren und eine globale Governance schaffen, erklärte der Wirtschafts- und Forschungsminister im Schweizer Pavillon.
Er nannte dabei Indien, Südkorea, Frankreich und die Schweiz. Gerade kleinere Länder böten grosses Potenzial für Kooperation und Innovation. Mit der Ausrichtung des Gipfels 2027 könne die Schweiz fortsetzen, was Indien mit diesem "historischen Ereignis" begonnen habe. Auch die USA und China müssten erkennen, dass es nicht ohne den Rest der Welt gehe.
Regulierung noch offen
Bislang habe sich die KI frei entwickelt. Nun stelle sich die Frage einer gewissen Regulierung, sagte Parmelin. Es sei jedoch verfrüht, einen Rahmen zu setzen, bevor Innovationen genügend Raum gehabt hätten.
Für den nächsten Gipfel in Genf liege noch kein Plan für eine globale Regulierung vor. Die rasante Entwicklung der Technologie könne bis dahin neue Aspekte aufwerfen.
UNO-Generalsekretär ruft zu KI-Fonds auf
UNO-Generalsekretär António Guterres hat beim aktuell laufenden KI-Gipfel in Neu-Delhi zu mehr Unterstützung für Entwicklungsländer bei der Zukunftstechnologie angemahnt. Ohne Investitionen würden "viele Länder vom KI-Zeitalter aussen vor bleiben", sagte der Portugiese. Er rief dazu auf, einen globalen KI-Fonds einzurichten.
"Unser Ziel ist drei Milliarden Dollar", sagte Guterres. Das sei weniger als 1% des Jahresumsatzes von Tech-Unternehmen. Er äusserte die Hoffnung, mit dem Geld könnten grundlegende Kapazitäten in wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern geschaffen werden, darunter allgemeine Fähigkeiten, Daten oder bezahlbare Rechenleistung.
"KI für alle"
Guterres war neben dem indischen Premierminister Narendra Modi und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einer der Hauptredner am vierten Tag des AI Impact Summit – dem ersten KI-Gipfel im Globalen Süden. Dabei diskutieren Staats- und Regierungschefs, Spitzenvertreter der Technologie-Branche sowie Experten aus aller Welt über die realen Auswirkungen von KI.
Guterres, Modi und Macron forderten in Neu-Delhi, der Einsatz für KI müsse für alle gewährleistet werden. Die UNO-Generalversammlung habe bereits ein unabhängiges internationales Wissenschaftsgremium über KI eingerichtet und einen "globalen Dialog" dazu ins Leben gerufen, sagte der UNO-Generalsekretär. Beim Dialog soll unter anderem über Leitplanken für einen verantwortungsvollen und ethisch vertretbaren Umgang mit KI-Systemen beraten werden. Die erste Sitzung des Dialogs soll im Juli in Genf stattfinden.
Update 16:00 Uhr: Der Artikel wurde mit Aussagen von Guy Parmelin ergänzt.