Widerstand gegen Schliessung des Genfer Informatikzentrums

20. April 2026 um 10:51
image
Das Informatikzentrum der Universität Genf. Foto: Jacques Erard / Universität Genf

In einem offenen Brief verlangen mehr als 650 Unterzeichnende einen Stopp der geplanten Auflösung des Centre universitaire d’informatique der Universität Genf.

Mehr als 650 ehemalige Studierende, Forschende und Partner des Centre universitaire d’informatique (CUI) der Universität Genf wenden sich mit einem offenen Brief an die kantonale Bildungsdirektorin Anne Hiltpold. Sie fordern eine Neubewertung der Entscheidung, das Zentrum aufzulösen.
Das Schreiben kritisiert insbesondere die Begründung der Universitätsleitung. Ein Audit, auf das sich der Entscheid stützt, sei bislang nicht transparent aufgearbeitet worden. Aus Sicht der Unterzeichnenden ist unklar, ob die Analyse tatsächlich Grundlage der Entscheidung war oder diese nachträglich legitimieren sollte.
Auch sei die angeführte "Rationalisierung" von Studienangeboten nicht nachvollziehbar, da das CUI einen wesentlichen Teil der Informatikabschlüsse in Genf ausstelle. Die Aussetzung von Einschreibungen ohne klare Alternativen komme einer Unterbrechung des Bildungsangebots gleich.
Die wirtschaftliche Begründung der Schliessung wird ebenfalls angezweifelt. Da keine Stellen abgebaut werden sollen, seien Einsparungen begrenzt, während gleichzeitig Einnahmen durch Studierende sowie die Attraktivität des Standorts leiden könnten.

Mögliche Folgen der Schliessung

Im offenen Brief wird vor weitreichenden Konsequenzen gewarnt. Die Schliessung des CUI könne zu einer Fragmentierung der Informatikausbildung sowie zum Verlust interdisziplinärer Zusammenarbeit führen. Dies könne die Ausbildung dringend benötigter IT-Fachkräfte schwächen und die Attraktivität des Standorts Genf beeinträchtigen.
Die Petition fordert ein Moratorium für die geplante Schliessung sowie die Wiederaufnahme der Einschreibungen für das Studienjahr 2026/2027. Zudem wird eine unabhängige Überprüfung der Entscheidungsgrundlagen verlangt.

Loading

Mehr zum Thema

image

Millionen für neues IT-Meldesystem des BAG

Der Bundesrat hat 45,3 Millionen Franken für eine neue digitale Plattform zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten freigegeben. Das System soll 2034 fertig sein.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

Solothurn erneuert IT-System für Gefängnisse

Cancom liefert eine neue Lösung für die Verwaltung der Gesundheitsdaten in den kantonalen Gefängnissen. Das bisherige System von CGM wird abgelöst.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

GPK kritisiert externen Personalbedarf von IT-Basel-Stadt

Die Kommission des Basler Parlaments empfiehlt, die externen Dienstleistungen zu überprüfen. Die Abhängigkeit im operativen Betrieb sei hoch.

publiziert am 11.6.2026
image

Ständerat stimmt Pflicht für E-Rezepte zu

Die Massnahme soll die Medikationssicherheit erhöhen, den Datenaustausch im Gesundheitswesen verbessern und die Digitalisierung der Prozesse vorantreiben.

publiziert am 11.6.2026