Mehr als 650 ehemalige Studierende, Forschende und Partner des Centre universitaire d’informatique (CUI) der Universität Genf wenden sich mit einem offenen Brief an die kantonale Bildungsdirektorin Anne Hiltpold. Sie fordern eine Neubewertung der
Entscheidung, das Zentrum aufzulösen.
Das Schreiben kritisiert insbesondere die Begründung der Universitätsleitung. Ein Audit, auf das sich der Entscheid stützt, sei bislang nicht transparent aufgearbeitet worden. Aus Sicht der Unterzeichnenden ist unklar, ob die Analyse tatsächlich Grundlage der Entscheidung war oder diese nachträglich legitimieren sollte.
Auch sei die angeführte "Rationalisierung" von Studienangeboten nicht nachvollziehbar, da das CUI einen wesentlichen Teil der Informatikabschlüsse in Genf ausstelle. Die Aussetzung von Einschreibungen ohne klare Alternativen komme einer Unterbrechung des Bildungsangebots gleich.
Die wirtschaftliche Begründung der Schliessung wird ebenfalls angezweifelt. Da keine Stellen abgebaut werden sollen, seien Einsparungen begrenzt, während gleichzeitig Einnahmen durch Studierende sowie die Attraktivität des Standorts leiden könnten.
Mögliche Folgen der Schliessung
Im offenen Brief wird vor weitreichenden Konsequenzen gewarnt. Die Schliessung des CUI könne zu einer Fragmentierung der Informatikausbildung sowie zum Verlust interdisziplinärer Zusammenarbeit führen. Dies könne die Ausbildung dringend benötigter IT-Fachkräfte schwächen und die Attraktivität des Standorts Genf beeinträchtigen.
Die
Petition fordert ein Moratorium für die geplante Schliessung sowie die Wiederaufnahme der Einschreibungen für das Studienjahr 2026/2027. Zudem wird eine unabhängige Überprüfung der Entscheidungsgrundlagen verlangt.