Der KI-Chatbot der Stadtpolizei Winterthur hat nicht den Datenschutzvorschriften entsprochen und musste umgebaut werden. Er konnte Nutzende identifizieren und speicherte Daten. Nach Hinweisen der Datenschutzstelle wird die Eingabe von Personendaten nun blockiert.
"KI-Chatbots schaffen eine persönliche Gesprächsatmosphäre", erklärte der Datenschutzbeauftragte Tobias Naef im Tätigkeitsbericht der Datenschutzstelle Winterthur.
Diese Gesprächsatmosphäre verleite Nutzende dazu, viele persönliche Informationen preiszugeben. Anders als bei einem Telefongespräch könne ein Chatbot wie "Bobby" die eingegebenen Daten jedoch speichern. Diese könnten zudem an externe Dienstleister weiterfliessen. Die Stadt Winterthur
schaltete "Bobby" im letzten Jahr auf. Er basiert auf einer wissenschaftlichen Arbeit der Kalaidos Fachhochschule.
Die Datenschutzstelle empfahl daher der Stadtpolizei, den KI-Chatbot so umzusetzen, dass die Nutzenden nicht identifiziert werden können. Bei laufendem Betrieb wurden weitere Kontrollen durchgeführt und das Blockieren von Personendaten bei der Eingabe in den Chat verbessert. Alle Anfragen werden jetzt anonymisiert verarbeitet.
Stadtpolizei Zürich arbeitet mit "Tom"
Auch die Stadtpolizei Zürich arbeitet mit einem Bot. Bereits
seit August 2025 hat die Stadtpolizei einen Voicebot in Betrieb, welcher der Bevölkerung rund um die Uhr zur Verfügung steht. "Tom" beantwortet bei einem Anruf Fragen zu Ordnungs-, Park- und Verkehrsbussen sowie zu Parkkarten und Bewilligungen für das Befahren von Sperrzonen.
Gemäss Angaben der Stadtpolizei handelt es sich jedoch um ein rein informatives Angebot. "Tom" könne keine persönlichen Daten einsehen. Zudem würden Daten lediglich vorübergehend und in dem Umfang aufgezeichnet, wie es für die Dienstleistung erforderlich sei. Erfordert ein Anliegen den Zugriff auf persönliche Daten, werden Anrufende während der Bürozeiten direkt mit einem Mitarbeitenden verbunden.