Anthropic verklagt US-Regierung

10. März 2026 um 10:14
image
Foto: Army Staff Sgt. Erik Warren

Der bis anhin einzige KI-Lieferant des US-Militärs wehrt sich gegen die Einstufung als "Risiko für die nationale Sicherheit". Der Wettbewerber OpenAI soll die entstandene Lücke füllen.

Die US-amerikanische KI-Firma Anthropic zieht in ihrem Streit mit dem Pentagon um die Verwendung von KI im Militär vor Gericht. Das Unternehmen klagt gegen die Einstufung als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit, was Anthropic weitgehend von Regierungsaufträgen ausschliesst.
Anthropic beharrt darauf, dass KI-Modelle des Unternehmens nicht zur Massenüberwachung von Amerikanern sowie in autonomen Waffensystemen genutzt werden dürfen. Das Verteidigungsministerium forderte hingegen die Rechte für "jede rechtmässige Nutzung" ein.
Anthropic argumentiert in der Klage, das Vorgehen der US-Regierung verletzte das Recht des Unternehmens auf freie Meinungsäusserung, weil es für seine Grundsätze bestraft werde. Es ist höchst ungewöhnlich, dass eine US-Firma zum "Supply-Chain Risk to National Security" erklärt wird. US-Präsident Donald Trump ordnete an, dass alle US-Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen. Anthropic war bisher die einzige KI-Firma, deren Software auch für eine als vertraulich eingestufte Nutzung im US-Militär freigegeben war.

OpenAI will Anthropic ersetzen

Nach dem Streit mit Anthropic schloss OpenAI eine Vereinbarung mit dem Pentagon. OpenAI-Chef Sam Altman liess sich zwar auf die Bedingungen des Ministeriums ein, versicherte aber später, dass es technische Hürden für den Einsatz zur Massenüberwachung in den USA geben sollte. Die Robotik-Chefin von OpenAI, Caitlin Kalinowski, trat am Wochenende aus Protest gegen den Deal zurück.
Anthropic-Chef Dario Amodei warnt, dass KI es möglich mache, über das Netz verstreute Daten einzelner Menschen in grossem Stil automatisiert zu einem detaillierten Bild ihres Lebens zusammenzusetzen. Zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. "Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Kämpfer und Zivilisten in Gefahr bringt", schrieb Amodei in einem Blogbeitrag.

Loading

Mehr zum Thema

image

TSMC plant weitere Milliardeninvestitionen

Der weltgrösste Chip-Auftragsfertiger will alleine in den Vereinigten Staaten zehn neue Fabriken bauen und dafür bis zu 265 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen.

publiziert am 16.7.2026
image

AWS Summit bringt Two-Pizza-Teams in die Schweiz

Am 2. September findet mit dem "AWS Summit Zürich" einer der grössten IT-Anlässe der Schweiz statt. Über 80 Sessions erwarten das Publikum.

publiziert am 16.7.2026
image

Security-Fachleute misstrauen KI – mehr oder weniger

KI kann die Effizienz erhöhen, aber manche fühlen mehr Stress als früher.

publiziert am 15.7.2026
image

OpenAI verliert im EU-Markenstreit

Die Wortmarke "OpenAI" kann in der Europäischen Union nicht rechtlich geschützt werden. Sie suggeriere, dass Produkte auf frei zugänglicher Künstlicher Intelligenz basieren.

publiziert am 15.7.2026