AWS will Milliarden in Region Zürich investieren

12. September 2025 um 12:13
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Chris Keller am "AWS Summit Zürich". Foto: AWS

Der "AWS Summit Zürich" hat sich mit rund 3700 Teilnehmern zu einem der grössten IT-Anlässe der Schweiz entwickelt. Der Cloudanbieter plant weitere Milliarden-Investitionen.

Der US-amerikanische Cloudanbieter AWS betreibt seit 2022 eigene Rechenzentren in der Schweiz. Diese lokale Infrastruktur brachte dem Unternehmen viel Zuspruch seitens der Kundschaft, sagte Chris Keller, General Manager Europe Central bei AWS, zur Eröffnung des "AWS Summit Zürich". Für den Anlass waren rund 3700 Verantwortliche von öffentlichen Organisationen, Partnern, Startups und Unternehmen nach Zürich Oerlikon gereist.
Den nach Angaben des Unternehmens mehr als 10'000 aktiven Kunden in der Schweiz stünden mittlerweile über 165 Services und 5000 Apps im AWS Marketplace zur Verfügung, um Daten und Infrastrukturen mit AWS-Technologien zu managen. Wie Keller sagte, sei ein Ausbau geplant: Der Anbieter wolle bis 2036 weitere 5,9 Milliarden Franken in der Schweiz investieren. Beispielsweise solle ab 2026 Oracle Exadata als Managed Service bereitgestellt werden.
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Mindy Ferguson, AWS.
Bereits per sofort verfügbar sei das jüngst lancierte KI-Sprachmodell Apertus, wie Mindy Ferguson, Vice President Streaming and Messaging AWS, an dem Anlass sagte. Die Anwendung der beiden ETHs und des schweizerischen Supercomputing-Zentrums werde via Amazon Sagemaker Jumpstart zugänglich gemacht. AWS biete seinen Kunden schon heute eine Auswahl an KI-Sprachmodellen an, die sie gezielt für ihre individuellen Anwendungen nutzen könnten, so Ferguson.

Rasche KI-Adaptation in der Schweiz

Das Startup Rivr steuert beispielsweise Roboter mithilfe von KI aus der AWS-Cloud. Ein Droide lieferte auf der Bühne des Summits Getränke aus. Das Zürcher Jungunternehmen war zuletzt wegen vorübergehend pausierten Essenslieferungen und dem Pakettransport in den Schlagzeilen. Mittlerweile können die Pilote mit dem Lieferdienst Just Eat und der Post aber fortgesetzt werden.
Die AWS-Vertreter Ferguson und Keller zeigten sich auch über Rivr hinaus beeindruckt von der Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft. Wie Keller sagte, nutzten laut einer Umfrage inzwischen 46% der Schweizer Firmen KI, was fast einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Die Adaptation von KI geschehe hierzulande wesentlich schneller als im Rest von Europa, wo das Wachstum bei "nur" 27% liege.

Sportdaten für Medien und Wetten

Der St. Galler Technologiekonzern Sportradar entwickelt bereits seit Jahren KI-basierte Anwendungen. Zu seinen Kunden zählen unter anderem rund 900 Medienhäuser und rund 800 Wettanbieter, erklärte Nicolò D'Ercole, Executive Vice President Technology and AI bei Sportradar. Die Kunden würden mit Daten zu 85 Sportarten und 1 Million Events pro Jahr beliefert, doppelte er nach.
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Nicolò D'Ercole, Sportradar.
Die Informationen sind laut D'Ercole die Grundlage für das hauseigene KI-Modell "Sportradar Brain". Es werde für Anwendungen wie Bet Concierge für Wettanbieter, den Stat Chatbot für die Abfrage von Sportresultaten sowie ein Content Studio für das automatisierte Generieren von Medieninhalten genutzt. Im Hintergrund des Dienstes "4Sight Streaming", der 20 Datenpunkte pro Spieler und Sekunde verarbeite, läuft ebenfalls AWS-Technologie. Die Anwendung soll erstmals am 21. Oktober zur neuen NBA-Saison zum Einsatz kommen.
Interessenbindung: Inside IT ist Medienpartner des "AWS Summit Zürich".

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