Berner SAP-Projekt kostet 10 Millionen mehr

27. November 2023 um 11:05
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Foto: Dimitri Photography / Unsplash

Die Finanzverwaltung des Kantons verlängert 7 Dienst­leistungs­verträge freihändig. Anfang Jahr hatte der Grossrat schon einen Kredit für 26 Millionen gesprochen.

Für die Einführung von SAP in der Verwaltung benötigt der Kanton Bern offenbar mehr Hilfe, als zunächst angenommen: Die Finanzverwaltung hat Verträge mit insgesamt 7 Dienstleistern freihändig um 3 Jahre verlängert, wie der Beschaffungsplattform Simap zu entnehmen ist. Das Gesamtvolumen von gut 10 Millionen Franken verteilt sich wie folgt:
  • Smahrt Consulting: 3,9 Millionen Franken
  • Emineo: 1,2 Millionen Franken
  • Q-Perior: 1,4 Millionen Franken
  • NTT Data: 770'970 Franken
  • Innflow: 572'065 Franken
  • Itesys: 1,6 Millionen Franken
  • Master Data Solutions: 640'940 Franken
Wie es auf Simap weiter heisst, fliessen die Mittel in erster Linie in die Implementierung der Personalprozesse mit SAP HCM. Nun sollen "Anteile des betriebstechnischen Supports für die definierte Weiterentwicklung und das Applikationsmanagement sichergestellt werden". Dies umfasse "Prozessunterstützung / Bugfixing (3rd Level) bei Themen, die die implementierte Personallösung betreffen, sowie Aufträge für Anpassungen (Customizing) am System".
Die freihändige Vergabe begründet der Kanton mit dem "aufwendigen und langwierigen Wissenstransfer", der ein Wechsel der Leistungserbringer zur Folge hätte.
Seit Beginn des Projekts kämpft der Kanton mit Problemen. So konnten im Frühjahr fast 3000 Rechnungen nicht bezahlt werden. Im Herbst hatten viele Lehrerinnen und Lehrer nur den halben Lohn auf ihr Konto erhalten.
Für die Einführung von SAP in der Kantonsverwaltung hatte die Finanzkommission des Grossrats einen Zusatzkredit von 26 Millionen Franken gesprochen, diesen aber an die Reduktion von 80 Vollzeitstellen gekoppelt. Das SAP-Projekt schlägt insgesamt mit 115 Millionen Franken zu Buche.

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