Bewegung im Schweizer Markt für Steuersoftware

16. April 2026 um 14:27
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Foto: Kanton Appenzell Innerrhoden

Die Steuerverwaltungen der Schweiz erneuern allenthalben ihre Software für die Steuerkalkulation und -bearbeitung. Emineo und Ringler wollen für mehr Wettbewerb sorgen.

Der Softwaremarkt für kantonale und kommunale Steuerverwaltungen wird heute von wenigen Anbietern dominiert. KMS beansprucht für sich, ihr Produkt Nest Steuern sei bei 14 kantonalen Steuerverwaltungen und mehr als 200 Gemeindesteuerverwaltungen in der Deutschschweiz im Einsatz. Der Marktbegleiter Abraxas will ebenfalls ein führender Anbieter von Softwarelösungen für das Steuerwesen sein und beschränkt sich dabei nicht nur auf die Deutschschweiz. DV Bern und Ingtes sind weitere Lieferanten von Steuersoftware.
Vor knapp fünf Jahren sorgte der Kanton St. Gallen mit der Ausschreibung einer neuen Steuersoftware für Schlagzeilen. Die Ostschweizer schickten sich an, eine Lösung für die Steuerbehörden beschaffen zu wollen, die aus einem Gesamtsystem besteht und für mindestens 16 Jahre betrieben werden kann. Dabei stehen Minderaufwendungen von bis zu 13 Millionen Franken im Raum, so der Kanton.

St. Gallen als Ausgangspunkt

Der Entwickler der St. Galler Lösung will sich als alternativer Anbieter zu den etablierten Lieferanten positionieren. Dafür partnert Emineo mit Ringler Informatik, das in der elektronischen Steuerdeklaration der Marktführer sein will. Die Ringler-Lösungen seien bei 15 kantonalen Steuerverwaltungen im Betrieb und würden rund 40% aller Steuererklärungen in der Schweiz verarbeiten, so der Anbieter.
Emineo und Ringler sehen den Markt für kantonale Veranlagungssysteme in einer Phase der grundlegenden Erneuerung. Viele Kantone würden derzeit die Modernisierung oder Ablösung ihrer bestehenden Steuerlösungen prüfen. Dabei seien Systeme gefragt, die auf der Basis einer offenen und zukunftsfähigen Architektur fachliche Präzision mit einem hohen Automatisierungsgrad verbinden. Diese Software wollen die zwei Firmen künftig liefern können.
Geplant ist laut einer Mitteilung die Entwicklung einer kantonal konfigurierbaren Steuersoftware. Sie wird Emineo zufolge den gesamten Prozess von der Veranlagung über den Bezug bis zur Registerführung abdecken. Ferner werde sie sich an eCH-Standards ausrichten und an der Referenzarchitektur der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) orientieren. Die Deklarationslösung von Ringler werde modular in die Gesamtlösung integriert, heisst es. "Wir kennen die steuerlichen Regelwerke aller Kantone und haben dieses Wissen über Jahrzehnte aufgebaut. Dieses Wissen jetzt in die neue Gesamtlösung von Emineo einzubringen, ist für uns der nächste logische Schritt", kommentiert Marcel Ringler, CEO Ringler Informatik.

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