Crealogix schreibt tiefrote Zahlen

13. September 2022, 09:40
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CEO Oliver Weber glaubt an eine rasche Rückkehr in die Profitabilität. Foto: Crealogix

Ein Umsatzrückgang und hohe Investitionen führten zu einem verlustreichen Geschäftsjahr.

Der Zürcher Bankensoftwarehersteller Crealogix hat in seinem Geschäftsjahr 2021/2022, das bis Ende Juni 2022 dauerte, einen Verlust von 9,3 Millionen Franken vor Zinsen, Steuern und Abschreibern erlitten. Wie das Unternehmen mitteilt, fiel der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 14% auf 94 Millionen Franken. Gleichzeitig habe man ausserordentlich hohe Investitionen für die Implementierung eines Projekts für die deutschen Förderbanken tätigen müssen. Dabei handelt es sich um den Bau eines Kundenportals. Insgesamt habe dies zum genannten Verlust geführt. Im Jahr zuvor hatte Crealogix noch einen kleinen Gewinn von 0,8 Millionen Franken verbuchen können.
Den Umsatzrückgang führt das Unternehmen hauptsächlich auf die immer noch andauernde Umstellung vom einmaligen Lizenzverkauf zu regelmässigen Einnahmen durch SaaS-Abonnemente zurück. Der SaaS-Umsatz erreichte 2021/2022 51% des Gesamtumsatzes.
Daneben hätten auch die Abgaben von Serviceumsätzen an Implementierungspartner, Wechselkurseffekte sowie der verzögerte Verkauf von Payment-Devices zum Umsatzrückgang beigetragen, so Crealogix.
Die Investitionen in die Produktentwicklung machten im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 31% fast ein Drittel des Umsatzes aus. Im Vorjahr waren es noch 22%.
Im nun angelaufenen Jahr werde man aber wieder schwarze Zahlen schreiben, prophezeit das Softwarehaus. Der Umsatz werde zwar vorerst kaum steigen, weil die Umstellung auf Abonnemente weiterhin andauert, aber die Investitionen in das Förderbankenprojekt seien zu 90% abgeschlossen. CEO Oliver Weber sagt dazu: "Die für die Entwicklung und Implementierung gebundenen Kapazitäten stehen nun wieder für wichtige Kundenprojekte und -vorhaben zur Verfügung. Die stark verbesserte Kostensituation wird rasch in die Profitabilität zurückführen."
In der Unternehmensstrategie wolle man an der Fokussierung auf das Kerngeschäft mit Lösungen für Digital Banking festhalten. Deshalb habe man auch im August 2022 67% des Tochterunternehmens Swiss Learning Hub verkauft.
Letzteres war allerdings auch notwendig, weil die Eigenkapitalquote von Crealogix vorübergehend auf unter 25% gesunken war. Dies dürfe nach den Bedingungen einer bestehenden Wandelanleihe nicht geschehen, so das Unternehmen, und musste deshalb korrigiert werden.

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