Ist Künstliche Intelligenz Fluch oder Segen für Medien? In der Schweiz haben Medienhäuser im vergangenen Jahr begonnen,
KI-Richtlinien zu erlassen. "Wir sind davon überzeugt, dass durch ein verantwortungsvolles Zusammenspiel von Mensch und Maschine, auf Basis klarer KI-Regeln, unsere Produkte und Prozesse weiter verbessert werden können", sagte Ringier-CEO Marc Walder zu den Bestrebungen seines Unternehmens.
In Deutschland ist der Verlag Axel Springer im Dezember
eine Partnerschaft mit OpenAI eingegangen. In Zukunft sollen Inhalte beim Verlag auch mit KI generiert werden. Unter anderem sollen so das Angebot verbessert und neue finanzielle Möglichkeiten erschlossen werden. Die Zusammenarbeit beinhaltet auch das Training von OpenAIs Large Language Model mit Inhalten von Axel Springer.
'Spiegel' erhält KI-Leiter
Mit der 'Spiegel'-Verlagsgruppe, die unter anderem das bekannte Nachrichtenmagazin herausgibt, will das nächste grosse deutsche Medienunternehmen "den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Redaktionen und Verlagsbereichen der Gruppe weiter vorantreiben", wie es in einer Mitteilung heisst. Dafür wird eine neue Leitung Künstliche Intelligenz geschaffen.
Diese übernimmt Olaf Reissmann, der 2009 beim 'Spiegel' als Volontär und danach als Redaktor Netzwelt begann. Zuletzt war er Ressortleiter Audio und für das Podcast-Angebot zuständig. Reissmann werde zukünftig die strategische Planung, Entwicklung und Steuerung von KI-Projekten innerhalb der Gruppe verantworten. "Dabei koordiniert er den interdisziplinären Austausch zwischen Redaktion, Produktentwicklung, IT und weiteren Unternehmensbereichen", so die Mitteilung. Er werde auch die kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken von KI im Medienumfeld unterstützen und entsprechende Leitlinien entwickeln.
Andere Medienhäuser klagen gegen KI-Firmen
Auf welche KI-Modelle der 'Spiegel' insbesondere setzen möchte, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Nicht als Freund von OpenAI hat sich kürzlich die 'New York Times' gezeigt. Sie hat das Unternehmen und Microsoft
auf Schadensersatz in Millionenhöhe verklagt. Der Vorwurf: OpenAI habe das Wissen aus Millionen Artikeln benutzt, um ChatGPT zu füttern und damit auf Kosten der 'New York Times' ein Geschäft aufzubauen. Auch Getty Images hat mit Stability AI eine KI-Firma wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt.
OpenAI seinerseits hat Zeitungsverlagen zwischen 1 und 5 Millionen Dollar
pro Jahr angeboten, um deren Artikel für das Training von Large Language Models zu nutzen. In einer
Eingabe (PDF) an das britische House of Lords Communications and Digital Select Committee erklärte OpenAI am 5. Dezember, dass man ohne Zugang zu urheberrechtlich geschützten Werken keine LLMs trainieren könne.
"Da das Urheberrecht heute praktisch jede Art von menschlicher Äusserung abdeckt – einschliesslich Blogposts, Fotos, Forenbeiträge, Fetzen von Softwarecode und Regierungsdokumente – wäre es unmöglich, die führenden KI-Modelle von heute zu trainieren, ohne urheberrechtlich geschütztes Material zu verwenden", so OpenAI in seiner Eingabe.
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