Google hat sich
vor rund sechs Monaten Prinzipen vorgegeben, um verantwortungsvoll KI-gestützte Lösungen zu entwickeln. Dies war damals unter anderem eine Reaktion auf Proteste von Google-Angestellten wegen der Entwicklung einer Objekterkennungssoftware für das Pentagon.
Nun hat Googles "Chefdiplomat" Kent Walker in einem
Blogpost weitere Massnahmen angekündigt. Unter anderem sollen die Google-Mitarbeiter durch Trainings und Vorträge stärker für das Thema der verantwortungsvollen, ethischen KI-Entwicklung sensibilisiert werden. Vor allem aber sollen gleich drei dedizierte Experten-Teams auf verschiedenen Management-Ebenen jedes Projekt daraufhin prüfen, ob es zu den Prinzipien passt beziehungsweise wie diese darauf anzuwenden sind.
Bereits seien rund 100 Reviews durchgeführt worden, so Walker. Einige davon habe man leicht revidiert, um besser aufzuzeigen, was eigentlich ihr Nutzen sein soll. Gleichzeitig seien Leitlinien eingeführt worden, welche die Missbrauchsgefahr verringern sollen. Ein Beispiel dafür ist
"Large-Scale Visual Speech Recognition", ein Projekt das es Computern ermöglichen soll, Lippen zu lesen.
Und eine kleine Zahl von KI-Produkten soll noch nicht auf den Markt gebracht werden, damit Google noch wichtige Technologie- und Policy-Entscheidungen treffen könne. Ein Beispiel dafür ist die
API für Allzweck-Gesichtserkennung.
Wie
'The Information' anmerkt, folgt Google damit dem Beispiel von Microsoft. Auch die Redmonder wollen zuerst die sozialen Aspekte und Auswirkungen des Einsatzes von Gesichtserkennungssoftware vertieft prüfen. Und Google könnte damit auch durchaus ein Opfer bringen und in diesem jungen Markt gegen weniger skrupulöse Konkurrenten ins Hintertreffen geraten. Es gebe beispielsweise Berichte, dass AWS gegenwärtig sehr aktiv auf Polizeibehörden zugehe, um diesen seine Gesichtserkennungssoftware zu verkaufen. (hjm)