Neuer Deutscher Investor kauft Threema

13. Januar 2026 um 08:07
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Foto: zVg

Comitis Capital übernimmt die Schweizer Softwarefirma und deren Messenger-Dienst. Der Investor will am "kompromisslosen Datenschutz" festhalten.

Das Schweizer Softwareunternehmen Threema bekommt einen neuen Besitzer. Wie die deutsche Investmentfirma Comitis Capital mitteilt, hat sie eine Vereinbarung zum Kauf mit dem bisherigen Besitzer Afinum Management, und den Threema-Gründern getroffen. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Threema startete 2012, die dazugehörige Firma für den Messenger-Dienst wurde 2014 gegründet. Im Jahr 2020 stieg die deutsch-schweizerische Investmentgesellschaft Afinum Management ein und übernahm in der Folge eine Mehrheitsbeteiligung. Ziel ihres Investments war es, den B2B-Bereich auszubauen und über den deutschsprachigen Markt hinauszuwachsen.

"Schweizer Souveränität" als Merkmal

"Anfang 2026 übergibt Afinum Management die Eigentümerschaft von Threema an Comitis", heisst es jetzt in einer kurzen Notiz auf der Threema-Website. Die deutsche Investmentfirma fokussiere sich auf Unternehmen "mit klaren Grundwerten und nachhaltiger Ausrichtung". Sie werde Threema unterstützen, die Position im Bereich Sicherheit und Datenschutz weiter auszubauen.
Comitis betont in seiner Mitteilung, Threema zeichne sich durch "eine Philosophie des Datenschutzes sowie durch eine Technikgestaltung aus, die auf Zero-Knowledge-Architektur und Open-Source-Software, Schweizer Souveränität und erstklassige Technologie setzt".
Wie Threema unterstreicht, bleibt das Unternehmen weiterhin eine Schweizer Firma, die unter Schweizer Recht steht. Deutsches Rechtfinde wie bisher nur dann Anwendung, wenn Instant-Messaging-Dienste für Nutzer in Deutschland erbracht werden. Der Status Quo werde also beibehalten.

Comitis ist eine junge Investmentfirma

"Wir freuen uns darauf, das Unternehmen in seiner nächsten Wachstumsphase zu unterstützen und auf der Tradition seiner vertrauenswürdigen Marke, seiner führenden Technologie und seines kompromisslosen Datenschutzes aufzubauen", sagt Nikolaus Bethlen, Managing Partner von Comitis. Threema sei "einzigartig positioniert", um von langfristigen strukturellen Wachstumstrends in den Bereichen sichere Kommunikation, europäische Datensouveränität und regulatorische Compliance zu profitieren.
Comitis Capital mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist eine junge Private-Equity-Firma. 2021 gegründet, will sie sich auf Investitionen vor allem in europäische Wachstumsunternehmen konzentrieren, wobei "eine gesunde, nachhaltige und digitale Zukunft" im Fokus stehen sollen. Zum aktuellen Portfolio gehören laut Website bisher drei Unternehmen aus dem Konsum-, Ernährungs- und Handelsbereich: Tofoo Co aus Grossbritannien, Cloud7 aus Deutschland sowie Petco aus Österreich – wobei eine Mehrheitsbeteiligung an Petco im September 2024 wieder verkauft wurde. Die Übernahme von Threema will Comitis noch im Januar 2026 abschliessen.

Stellungnahme von Threema

"Im Jahr 2020 ist Afinum Management bei Threema eingestiegen, und in diesem Zug sind die Threema-Apps Open Source geworden. Mit der Unterstützung von Afinum hat sich Threema als Unternehmen professionalisiert und ist unter anderem zum Marktführer im Bereich Business-Messaging geworden", heisst es in einem Statement von Threema. Afinum beteilige sich mit seinen Investements jeweils über eine Laufzeit von etwa fünf bis sieben Jahren, um Startups in etablierte Unternehmen zu überführen. Mit Comitis habe Threema einen neuen Eigentümer gefunden, der von den Unternehmenswerten und -visionen überzeugt sei: "Comitis konzentriert sich bewusst auf wenige, ausgewählte Projekte und begleitet Unternehmen, die auf klaren Grundwerten basieren und auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind." Für Threema-Nutzerinnen und -Nutzer ändere sich mit der Übernahme nichts. "Mission, Werte und Unternehmensstrategie" würden gleich bleiben, bekräftigt Threema. Auch die Geschäftsleitung bleibe unverändert und werde das Unternehmen weiterhin "nach den bewährten Grundsätzen" führen.
Update 16.10 Uhr: Der Artikel wurde mit der Stellungnahme von Threema ergänzt.
Update 11.2. 2026: Aufgrund einer Bitte von Threema wurde der Teil "Schweizer Souveränität" um den letzten Abschnitt ergänzt.

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