EFK: Asalfutur weiterhin "in einer kritischen Situation"

18. Oktober 2024 um 12:54
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Foto: Ralf Gervink / Pixabay

Das IT-Schlüsselprojekt entwickle sich zwar in die richtige Richtung, konstatierte die Eidgenössische Finanzkontrolle im Sommer, aber einige Probleme seien noch nicht gelöst.

Das Projekt Asalfutur zur Erneuerung der IT-Plattform der Arbeitslosenkasse dauert schon über zehn Jahre und hat viele Verzögerungen und eine wahre Kostenexplosion hinter sich. 2013 rechnete man noch mit Kosten von 22 Millionen Franken. Laut dem neusten Prüfungsbericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) geht sie nun von Projektkosten von 183 Millionen Franken aus.
Das Projekt soll Ende 2025 (endlich) abgeschlossen werden. Der letzte konkrete Meilenstein war die laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erfolgreiche Einführung der Leistungsart Insolvenzentschädigung im Juni dieses Jahres.
Der EFK-Prüfbericht ist auf Juli 2024 datiert, wurde aber erst jetzt zur Berichterstattung freigegeben. Der Bericht, in dem vor allem die Umsetzung früherer Empfehlungen untersucht wird, bezieht sich also auf den Stand in diesem Sommer.
Die Umsetzung der von der EFK empfohlenen Massnahmen gehe "in die richtige Richtung", heisst es darin. Dennoch befinde sich das Projekt "weiterhin in einer kritischen Situation".
Einige Probleme seien noch nicht gelöst, so die EFK, und weitere Kostenerhöhungen und Verzögerungen seien daher weiterhin möglich. Noch sei es zu früh, um die Umsetzung und Wirkung der Massnahmen abschliessend zu beurteilen. Einige Massnahmen müssten sich auch zuerst noch "einspielen, bewähren oder weiterentwickeln". Dies sei etwa der Fall, wenn Prozesse, Rollen oder Verantwortungen verändert wurden, beispielsweise in der Besetzung der Gremien. Beinahe alle Massnahmen würden zudem auch eine kulturelle Veränderung in der Stammorganisation bedingen. So etwas schaffe man nicht in einem halben Jahr.

Das alte Asal muss vielleicht noch länger laufen

Mit der auf Ende 2025 geplanten Einführung von Asal 2.0 soll eigentlich das altehrwürdige Asal 1.0, das schon seit rund 30 Jahren in Betrieb ist, abgeschaltet werden können. Die EFK erhebt in dieser Beziehung aber den Mahnfinger. Allzu sicher, dass dies wirklich geschehen kann, sollte man sich beim Seco nicht fühlen
Es gebe zwar keinen Hinweis darauf, dass die Auszahlungen der ALV durch die weitere Verwendung von Asal 1.0 gefährdet wären, erläutert die EFK. Das Risiko eines Ausfalls steige aber mit jeder Betriebsverlängerung. Wegen des Wechsels in der Projekt-Governance und den noch offenen Validierungsergebnissen der Planung liessen sich weitere Verschiebungen bei der Einführung von ASAL 2.0 nicht ausschliessen.
Die EFK empfiehlt dem Seco darum, den Weiterbetrieb von Asal 1.0 "engmaschig zu überprüfen" und als separates operatives Risiko zu betrachten.

Im Verlauf der letzten 11 Jahre hat Inside IT schon viele Male über das Projekt Asalfutur berichtet. Wenn Sie mehr über seine Geschichte erfahren wollen, folgen sie diesem Link.

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