Es droht ein weiteres Educase-Debakel

3. Mai 2022 um 14:53
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Foto: Kenny Eliason / Unsplash

Nach Luzern ist die Software von Base-Net Education auch in Appenzell Ausserrhoden heftiger Kritik ausgesetzt. Der Kanton solle Ausstiegsszenarien prüfen, hält die Geschäftsprüfungskommission fest.

Nachdem die Einführung der Schuladministrationssoftware Educase im Kanton Luzern abgebrochen wurde, schlagen sich zwei Schulen im Kanton Appenzell Ausserrhoden noch immer mit der Software herum. Während das Scheitern des Projekts in der Innerschweiz von der Aufsichts- und Kontrollkommission (AKK) des Kantonsrats unter die Lupe genommen wird, hat sich im Appenzell die kantonale Geschäftsprüfungskommission (GPK) mit der Beschaffung befasst.
Deren Fazit fällt vernichtend aus: Die Gesamtsituation präsentiere sich "auch nach dem Ablauf der Gewährleistungsfrist als unbefriedigend". Die GPK empfiehlt, die weitere Entwicklung kritisch zu analysieren und hält unmissverständlich fest: Die Verantwortlichen sollen ein Ausstiegsszenario prüfen. Als Gründe dafür genannt werden unter anderem ein ausserordentlich hoher Zeit- und Personalaufwand, eine "ungenügende Performance" und die 55 entdeckten Mängel, die bereits beim Rollout 2020 festgehalten, aber auch im Rahmen der Gewährleistungsfrist nicht behoben wurden.
Durch die wiederholte Nichteinhaltung von Terminen und die Qualität der erbrachten Leistung sei auch "das Vertrauen in den Anbieter angeschlagen", hält die GPK fest. Der Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur beurteilt die Entwicklungen als "sehr bedenklich". Noch heute werde das Klassenmanagement neben Educase parallel mit Excel oder anderen Anwendungen geführt, weil die Software nicht richtig funktioniere. Ebenfalls wird im Bericht der GPK festgehalten, dass auch die Administration nur "unzuverlässig funktioniert und sehr zeitaufwändig ist". Trotz der Mängelbehebung seien auch "weiterhin Fehlfunktionen vorhanden, die ein alltagstaugliches Arbeiten erschweren oder gar verunmöglichen".
Zum Zeitpunkt der Berichtserstattung läuft gemäss der GPK noch eine weitere Nachbesserungsfrist, für die jedoch kein Datum festgelegt ist. Es werde nun versucht, die Verbindlichkeit und damit die Terminzuverlässigkeit mit Base-Net Education zu erhöhen. Insgesamt, so die Aufsichtsbehörde, schätzen die involvierten Parteien die Wahrscheinlichkeit, dass die Software innert nützlicher Frist für die beide Schulen zuverlässig und effizient funktionieren wird, als gering ein. Nach dem Kanton Luzern scheint nun also auch dem Kanton Appenzell Ausserrhoden ein Debakel mit der Schuladministrationssoftware Educase zu drohen.

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