Für 30 Millionen: Kanton Bern kauft Sozialhilfe-Software

3. Juli 2023 um 09:49
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Die Gemeinde Sumiswald im Emmental. Foto: Unsplash

Für Berner Gemeinden gibts ein einheitliches Fallführungssystem. Den Zuschlag erhalten hat die Firma Glaux Soft.

Die kantonalbernischen Sozialdienste, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) und die Fachstellen Arbeitsintegration erhalten ein einheitliches Fallführungssystem. Betroffen sind rund 85 Organisationen und 2500 Mitarbeitende, wie der Ausschreibungsplattform Simap zu entnehmen ist.
Den Zuschlag für die neue einheitliche Software erhielt die Firma Glaux Soft für 29,7 Millionen Franken. Abgelöst werden die Systeme der Firmen Diartis und Infogate bei den Sozialdiensten sowie Axioma-KES von CM Informatik, welches bei den KESB zum Einsatz kommt. Im Kaufpreis inbegriffen sind Betrieb, Migration, Wartung, Support, Lizenzen und Weiterentwicklung.

Projektdauer von 4,5 Jahren

Drei Firmen haben sich um den Zuschlag bemüht, wobei Glaux schlussendlich ausgewählt wurde, weil die Firma "preislich das günstigste Angebot abgab, die Qualifikationsanforderungen in hohem Ausmass erfüllte und an der Anbieterpräsentation überzeugte", wie es auf Simap heisst.
Im ersten Quartal 2024 soll Glaux die konzeptionelle Arbeit aufnehmen. Das Projekt bis zur definitiven Einführung der einheitlichen Software ist auf 18 Monate ausgelegt, vorgesehen sind unter anderem mehrere Pilot-Migrationen bei ausgewählten Sozialdiensten. Erst sobald dort "der Grossteil aller Probleme behoben ist, erfolgt der Entscheid zur Abnahme", heisst es in den Ausschreibungsunterlagen. Danach würden während maximal 3 Jahren die "Einführungen der übrigen Organisationseinheiten folgen".

Stadt Bern geht anderen Weg

Die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (GSI) befasst sich seit 2019 mit der Idee einer einheitlichen IT-Lösung zur Fallführung in der Sozialhilfe. Im vergangenen März 2019 überwies das Berner Kantonsparlament einen entsprechenden Vorstoss mit grossem Mehr.
Die Stadt Bern verfolgt indes einen anderen Ansatz. Sie gründete mit den Städten Basel und Zürich den Verein Citysoftnet, der ein einheitliches Fallführungssystem von der Firma Emineo entwickeln lässt. Beim 36 Millionen schweren Projekt wurde zuletzt ein Nachkredit fällig. Nun soll die Software von Emineo nach verschiedenen Verzögerungen "demnächst eingeführt werden", wie es in den Ausschreibungsunterlagen des Kantons heisst.

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