Die KI-Firma Anthropic hat einen Etappensieg
in ihrem Streit mit dem Pentagon über die Verwendung Künstlicher Intelligenz im Militär errungen. Eine Richterin erliess eine einstweilige Verfügung, mit der die Einstufung von Anthropic als Lieferketten-Risiko für die nationale Sicherheit blockiert werden soll. Sie tritt aber erst nach sieben Tagen in Kraft. Das soll der US-Regierung die Möglichkeit geben, die einstweilige Verfügung noch vor einem Berufungsgericht anzufechten.
Anthropic beharrt darauf, dass KI-Modelle des Unternehmens nicht zur Massenüberwachung von Amerikanern sowie in autonomen Waffensystemen genutzt werden dürfen. Das US-Verteidigungsministerium fordert hingegen die Rechte für "jede rechtmässige Nutzung" ein und sagt, dass kein Unternehmen der Regierung Vorschriften machen könne.
Da Anthropic
im Gegensatz zum Konkurrenten OpenAI nicht nachgab, erklärte das Pentagon die Firma zum "Supply-Chain Risk to National Security". Präsident Donald Trump ordnete an, dass alle US-Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen sollen.
Zudem hiess es von Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass auch alle anderen Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen zu Anthropic kappen müssten, wenn sie das US-Militär beliefern wollten.
Richterin: rechtswidrig und willkürlich
Richterin Rita Lin betonte in San Francisco, dass es dem Verteidigungsministerium freistehe, keine Anthropic-Produkte zu verwenden. Die Regierung scheine mit ihrem Vorgehen aber die Firma darüber hinaus für deren öffentliche Kritik bestrafen zu wollen, und das wäre eine Verletzung der verfassungsrechtlichen Redefreiheit. Die Einstufung als Lieferketten-Risiko sei wahrscheinlich rechtswidrig und willkürlich, urteilte die Richterin zur Begründung ihrer einstweiligen Verfügung.