Google stellt seine smarte Brille Google Glass endgültig ein. Das Unternehmen teilt auf seiner Website mit, dass die Enterprise-Version nicht mehr verkauft werde. Support soll es noch bis September geben.
Glass kam 2013 für Entwickler und Early Adopters auf den Markt. Trotz der Unterstützung durch die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin konnte sich die smarte Brille nie als Mainstream-Produkt
im B2C-Bereich durchsetzen. Vor allem die eingebaute Kamera führte zu Streitigkeiten über den Datenschutz.
Später versuchte Google das Produkt im B2B-Umfeld unterzubringen. Die Enterprise Edition sollte etwa im Bau- oder Gesundheitswesen, der Logistik und weiteren Branchen eingesetzt werden.
AR-Markt wächst stark
Der Entschluss von Google steht im Kontrast zur Marktentwicklung. Das Augmented-Reality-Business ist knapp 40 Milliarden Dollar schwer. Gemäss Marktforschern wird es bis 2030 auf fast 600 Milliarden Dollar anwachsen.
Angetrieben wird das Wachstum unter anderem durch die weitere Verbreitung von AR-Apps für Smartphones. Aber auch smarte Displays beispielsweise in Autos sowie für AR-Brillen treiben den Markt an. Im B2B-Bereich werde vor allem der Einsatz im Gesundheitswesen steigen, schreibt Grand View Research. AR-Technologie wird zunehmend im medizinischen Bereich, etwa für die Ausbildung oder Visualisierungen eingesetzt. Auch die Automobilbranche setze vermehrt auf Augmented Reality, beispielsweise um Designs zu visualisieren oder um neue Modelle zu präsentieren. Weitere wichtige Bereiche sind daneben die Industrie und Herstellung sowie die Unterhaltungsbranche.
Neben Google ist auch Microsoft im B2B-Bereich mit AR-Technologien tätig. Ende letzten Jahres erklärte der Konzern, mit der AR-Brille Hololens einen Quartalsumsatz von 100 Millionen Dollar erzielt zu haben.
Die letzte Hardware-Generation von Google Glass stammt aus dem Jahr 2019. Aktuelle Zahlen zum Umsatz mit dem Gerät gibt es keine. Die Einstellung des Produkts bedeutet jedoch nicht, dass der Konzern das Thema ganz aufgibt. Letzten Sommer stellte Google eine Brille vor, die in Echtzeit übersetzen und transkribieren kann. Das Unternehmen kündigte an, weiterhin Prototypen von Augmented-Reality-Brillen in der Öffentlichkeit zu testen.