Google und Microsoft zahlen, wenn ihre KIs das Urheberrecht verletzen

13. Oktober 2023 um 12:15
image
Microsoft und Google werfen den KI-Rettungsring aus. Foto: Jonathan Greenaway / Unsplash

Um Nutzerinnen und Nutzer vor möglichen Klagen zu schützen, übernehmen die Unternehmen quasi den Rechtsschutz.

Generative KI ist nur so gut, wie die Inhalte, mit denen sie trainiert worden ist. Das ist soweit unbestritten. Noch zu klären ist indes die Frage, ob die generierten Stücke – egal ob Texte oder Bilder – das Urheberrecht jener verletzen, welche die originären Inhalte erstellt haben. Microsoft stellt in einem aktuellen Blogpost schon mal klar, wen der Konzern in der Verantwortung sieht: "Für unsere Produkte liegt diese bei uns und nicht bei Kundinnen und Kunden."
Derzeit beschäftigen sich mehrere Gerichte mit Klagen von Urheberinnen und Urhebern. Zum Beispiel haben Künstlerinnen und Getty Images Stability AI angezeigt. Und mehrere US-Autoren haben OpenAI wegen Copyright-Verletzung verklagt, weil die Firma für das Training von ChatGPT ungefragt geschützte Werke genutzt habe, heisst es bei 'Heise.de'.

Google zahlt, ausser wenn Bard involviert ist

Google und Microsoft haben offenbar Sorge, dass diese Klagen Nutzerinnen und Nutzer vom Gebrauch ihrer KIs abhalten. Dementsprechend haben beide Konzerne angekündigt, bei etwaigen Schadensersatzforderungen gradestehen zu wollen. Und zwar im Falle von Google nicht nur, wenn die Ergebnisse der KI gegen das Urheberrecht verstossen sollten, sondern auch, wenn geschützte Inhalte für KI-Trainings genutzt werden.
Sollten Nutzerinnen und Nutzer also vor Gericht gezerrt werden, will Google einspringen – allerdings nur, wenn sich die Klagen gegen seine Künstlichen Intelligenzen Duet und Vertex AI richten. Im entsprechenden Blogpost mit keinem Wort erwähnt ist Bard. Hier hat Google also wohl mehr Angst, zahlen will der Konzern in Streitfällen rund um diese KI jedenfalls nicht.

"Wir übernehmen die Verantwortung"

Auch Microsoft schreibt: "Wir übernehmen die Verantwortung für die möglichen rechtlichen Folgen und damit verbundene Risiken", wenn aufgrund der Nutzung der Copilot-Dienste des Konzerns Urheberrechtsansprüche geltend gemacht werden. So brauche sich niemand mehr Sorgen zu machen, wenn er oder sie KI generierte Inhalte verwendet. Anders als Google gilt Microsofts Commitment für die ganze kostenpflichtige Produktpalette, inklusive Bing Chat Enterprise und M365 sowie Github Copilot.
Mit einer Klage muss sich Microsoft jedenfalls schon auseinandersetzen. Softwareentwickler stellen die Rechtmässigkeit von Githubs Code-KI infrage.

Möchten Sie uns unterstützen?

Inside IT steht für unabhängigen und qualitativ hochwertigen Journalismus. Unsere Inhalte sind kostenlos verfügbar und bleiben dies auch weiterhin. Umso mehr würden wir uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit und unsere Recherchen mit einem Betrag Ihrer Wahl unterstützen. Vielen Dank!
Jetzt unterstützen



Loading

Mehr zum Thema

image

Amazon nimmt in der Schweiz Anleihen für 2,82 Milliarden Franken auf

Es ist einer der grössten Beträge, die je ein Unternehmen in Franken aufgenommen hat. Gebraucht wird das Geld vor allem für KI und Cloud.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

BKW vergibt Auftrag für CRM und Vertragsmanagement

Die Berner Kraftwerke investieren rund 25 Millionen Franken in Softwarelösungen bis 2031.

publiziert am 12.5.2026
imageAbo

Nach Zürich wird auch für Luzerns Schulen mehr Open Source gefordert

Ratsmitglieder aus mehreren Parteien haben einen Vorstoss zu Open-Source-Software an den städtischen Schulen eingereicht. "Das Anliegen stösst auf breite Zustimmung", erklärt Erstunterzeichner Adrian Häfliger.

publiziert am 12.5.2026
image

Digitale Briefe der Post liegen auf Google-Servern

Digitale Sendungen der Schweizerischen Post werden auf Servern von Google gespeichert. Das wirft Fragen in Bezug auf die digitale Souveränität des Unternehmens auf.

publiziert am 12.5.2026