Die SBB verabschieden sich von der SwissID. In einer E-Mail an die Kundschaft schreibt der Konzern: "Am 31. März 2022 wird das SwissID-Login auf swisspass.ch deaktiviert. Wir fokussieren uns künftig auf das bewährte Swisspass-Login der ÖV-Branche und gestalten dadurch die Anmeldeseite übersichtlicher und nutzerfreundlicher." Darüber hatte zunächst der '
Blick' berichtet.
Auf Anfrage von inside-it.ch schreibt SBB-Sprecherin Jeannine Egi: "Die SBB stellt aus wirtschaftlichen Gründen und aus Mangel an Kundeninteresse das SwissID-Login per Ende März 2022 ein." Ab diesem Zeitpunkt könnten sich Kundinnen und Kunden über das bereits bestehende SwissPass-Login in ihr Konto einloggen, so Egi.
SwissID bei SBB nie richtig angekommen
Dieser Schritt erstaunt: Gehörten die SBB zusammen mit anderen staatsnahen Unternehmen wie der Schweizer Post oder Swisscom im Jahr 2018 zu den
Gründern der SwissSign Group, dem Herausgeber der SwissID.
Während die Post seine Nutzerinnen und Nutzer irgendwann zum SwissID-Login verpflichtete, blieb es bei den SBB immer
optional. Offenbar scheint es von der Kundschaft nie wirklich angenommen worden zu sein.
Post will SBB von der Rückkehr überzeugen
Ganz anders als beim Gelben Riesen: Vergangenen Herbst
übernahm die Post die SwissSign Group vollständig und führt diese seitdem als 100%ige Tochtergesellschaft. Laut Angaben der Post nutzen 1,6 Millionen Nutzerinnen und Nutzer die SwissID. Das ist deutlich weniger als die
2 Millionen, die sich die SwissSign Group noch im Jahr 2020 zum Ziel gesetzt hatten.
Laut 'Blick' ist man bei der Post vom Entscheid der SBB enttäuscht: "Wir bedauern jeden Kunden, der sich für eine andere Lösung entschliesst", sagt Mediensprecherin Léa Wertheimer zur Boulevard-Zeitung. Die Zahl der SBB-Kundinnen und Kunden, die SwissID genutzt haben, sei gering gewesen. Deshalb sei es möglich, dass für die SBB das Kostennutzen-Verhältnis nicht ausreichend war, so Wertheimer zum Blick. Zudem sei die Anbindung der Swiss-ID an die interne Lösung für die SBB nicht optimal gewesen, so die Sprecherin weiter.
Trotzdem wolle die SwissSign Group die SBB als Kunden zurückgewinnen, schreibt der 'Blick' weiter. Trotz der geringen Nutzerzahl seien Kunden wie die SBB wichtig.